5 vor 12 – Thüringen lässt zum Klimastreik Kirchenglocken läuten

Erfurt  Zum weltweiten Klimastreik wollen am Freitag trotz Feiertag auch in Thüringen Schüler, Studenten und Erwachsene auf die Straße gehen. Bis zu 2000 Teilnehmer werden erwartet. Rückendeckung gibt es von der Kirche.

Schülerinnen während einer Demonstration von „Fridays for Future“ in Erfurt.

Schülerinnen während einer Demonstration von „Fridays for Future“ in Erfurt.

Foto: Marco Schmidt

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Der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer empfahl den Kirchengemeinden in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg, als Ausdruck des Engagements für mehr Klimaschutz am Freitag um fünf Minuten vor zwölf die Glocken läuten zu lassen. Einige Kirchengemeinden organisierten zusätzlich Friedensgebete und Andachten.

Schülerinnen und Schüler haben für diesen Freitag zum weltweiten Klimastreik aufgerufen. In Deutschland sind bisher mehr als 500 Demonstrationen für eine „Zukunft ohne Klimakrise“ angemeldet worden. Der Aufruf richtet sich aber auch an Erwachsene. „Die Jugendlichen nehmen die Erwachsenen und deren politische Beschlüsse ernst, indem sie auf Vertragstreue bestehen“, sagte der Thüringer Landesbischof. Es reiche nicht, von Politikern Lösungen zu erwarten, sondern jeder sei gefordert, einen umweltverträglichen Lebensstil zu führen.

In Thüringen sind am Freitag laut Polizei in acht Städten Demonstrationen angemeldet worden. Man rechne mit bis zu 2000 Teilnehmern. Die größten Veranstaltungen der Bewegung „Fridays for Future“ soll es in Erfurt und Jena geben. Aber auch in Altenburg, Gera, Greiz, Suhl, Nordhausen und Weimar sind Veranstaltungen geplant.

EthikBank und IG Bau beteiligen sich aktiv am Protest

Die Mitarbeiter der in Eisenberg ansässigen „EthikBank“ wollen sich dem Klimastreik in Jena anschließen. Den arbeitsfreien Tag werden die Bankangestellten am darauffolgenden Montag nachholen. Diese Entscheidung wurde von der Leitung des Kreditinstituts beschlossen. Die IG Bau in Erfurt hat ihre Beschäftigten, welche an diesem Tag arbeiten müssen, zu einer längeren Mittagspause aufgerufen, um so ein Zeichen für mehr Klimaschutz zu setzen.

Die von der Schwedin Greta Thunberg angestoßene Protestbewegung Fridays for Future wird von Schülern und Studenten getragen. Beim jüngsten internationalen Streik am 24. Mai gingen deutschlandweit 320.000 Menschen auf die Straße.

An diesem Freitag will das Klimakabinett der Bundesregierung seine Strategie für mehr Klimaschutz vorlegen.

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