Baustart für neuen Gera-Damm bei Walschleben

Walschleben (Landkreis Sömmerda). Am Dienstag war offizieller Start für die Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz bei Walschleben. Alle Betroffenen trafen sich zu einer sogenannten Bauanlaufberatung:

So friedlich plätscherte am Dienstag die Gera durch die Frühlingslandschaft bei Walschleben. Aber sie kann auch ganz anders. Foto: A. Reiser-Fischer

So friedlich plätscherte am Dienstag die Gera durch die Frühlingslandschaft bei Walschleben. Aber sie kann auch ganz anders. Foto: A. Reiser-Fischer

Foto: zgt

Vertreter der Baufirmen, der Gemeinde und der Verwaltungsgemeinschaft Gera-Aue, auch Bürgermeister Manfred Weiß (CDU), Vertreter des Kleingartenvereins "Eintracht" und des zuständigen Planungsbüros sowie des federführenden Landesamtes für Umwelt und Geologie trafen sich noch einmal zu einer abschließenden Besprechung an der Gera.

"Ist der Strom abgestellt? Wo sind die Verteilerkästen? Sind die Wasserleitungen stillgelegt?" - Fragen wie diese mussten nun rasch geklärt werden, denn die Bagger werden nun den Rest der einstigen Kleingartenanlage platt machen.

"Ich war hier schon als Kind, im Garten meiner Eltern, und habe ihn dann später übernommen", sagte Rudolf Ehrich ein wenig traurig, der hier bis zum Herbst seinen Garten hatte. "Hier waren wir dann auch mit unseren Kindern, als sie noch klein waren. Die Bäume hatte ich selbst gepflanzt. Das tut mir schon weh." Bereits im Oktober hatten die Ehrichs angefangen, Pflanzen weg zu räumen und das Gartenhaus zu verlassen. Inzwischen haben sie in Walschleben einen neuen Garten bekommen. Das Land Thüringen zahlte ihnen wie auch den anderen Kleingärtnern der "Eintracht" eine Entschädigung. Rudolf und Gudrun Ehrich sind zufrieden. Wehmut bleibt jedoch.

1,5 Millionen werden dieses Jahr investiert

In den kommenden Wochen soll nun ein neuer Gera-Damm gebaut werden, in 20 bis 50 Meter Abstand zu dem jetzigen. Die Straße K 18, die Walschlebener Straße zum Bahnhof, muss dann angehoben werden. Eine Polderfläche entsteht. Insgesamt ein Vorhaben für rund 1,5 Millionen Euro allein in diesem Jahr. Gebaut werden muss auch ein Damm, der das Gewerbegebiet schützt. Später soll dann der alte Damm verschwinden, das Ufer wird abgeflacht und dem Fluss mehr Platz eingeräumt. Die Erde des alten Dammes wird dann als Material für einen neuen Damm wieder verwendet.

"Ich hoffe nur, dass das komplette Konzept bis 2021 auch wirklich so durchgezogen wird", sagt Bürgermeister Manfred Weiß. Dann endlich könnten die Walschlebener ruhig schlafen. Schließlich hatte der Ort wie auch die benachbarten Dörfer Elxleben und Ringleben im Frühjahr 2013 unruhige Nächte erlebt. Damals war die Gera bis an die obere Deichkrone gestiegen. Nur knapp entkamen die Orte einer Hochwasserkatastrophe. Hunderte Bürger hatten in den Orten geholfen, das Wasser einzudämmen. Damals war aber sichtbar geworden, dass der Hochwasserschutz an der Gera über Jahrzehnte vernachlässigt worden war. 2014 war daher zunächst der alte Geradamm gesichert und repariert worden. Klar geworden war dabei aber, dass es gerade in Walschleben teilweise gar keine Zufahrtsmöglichkeiten zum Damm gab, um diesen im Ernstfall verteidigen zu können. Gartenhäuser stehen teilweise am Fuß des Dammes.

Inzwischen sind sie verlassen. Nächste Woche kommt der Bagger. Ende April soll mit dem Deichbau begonnen werden. Ende Juli soll er fertig sein. Angelegt wird dann auch ein Deichverteidigungsweg und die Straße nahe der Gera-Brücke wird angehoben. Im September sollen die Vorhaben abgeschlossen sein.

Komplett umgesetzt ist damit allerdings das Hochwasserschutzkonzept noch nicht. Marcel Glebe vom Landesamt für Umwelt und Geologie verweist darauf, dass die Planungen für Elxleben derzeit läuft. Wie dort verfahren werden muss, sei noch unklar, sagt er. Dort allerdings sind hinter dem Gera-Damm nicht nur Kleingärten angesiedelt, sondern auch die Agrargenossenschaft...

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