Immer mehr Frauen legen Jägerprüfung ab

Die Frauenquote bei den Jägern in Thüringen ist nach wie vor gering. Nach aktuellen Schätzungen liegt der Anteil der Jägerinnen im Freistaat derzeit bei etwa vier Prozent, sagte der Geschäftsführer des Landesjagdverbands Thüringen, Frank Herrmann. In den kommenden Jahren sei jedoch ein deutlicher Anstieg zu erwarten.

Jägerin Hiltrud Rübner geht durch einen Wald bei Bad Vilbel in Hessen. Auch im Thüringer Nachbarbundesland verzeichnen die Landesjagdverbände unter Frauen steigende Mitgliederzahlen. Foto: Thomas Lohnes/dapd

Jägerin Hiltrud Rübner geht durch einen Wald bei Bad Vilbel in Hessen. Auch im Thüringer Nachbarbundesland verzeichnen die Landesjagdverbände unter Frauen steigende Mitgliederzahlen. Foto: Thomas Lohnes/dapd

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Erfurt. "Frauen üben die Jagd sehr gewissenhaft und verantwortungsbewusst aus und sind auch in Fragen des Verbandslebens sehr engagiert", sagte Herrmann. An Orten, wo Jägerinnen aktiv seien, sei es zudem oftmals auch leichter, die spezifischen Belange der Jagd an die Jugend und an Nichtjäger zu vermitteln. Bei einer der größten privaten Jagdschulen im Land liege die Frauenquote seit einigen Jahren sogar bei etwa 20 Prozent, sagte ein Sprecher der Einrichtung.

Dass der Frauenanteil in den kommenden Jahren steigen könnte, hat auch demografische Gründe. Die stark männerdominierten Jahrgänge würden durch Alter oder Tod immer stärker dezimiert. Das Durchschnittsalter der Jäger steige seit Jahren kontinuierlich an, sagte Herrmann. Zwar gebe es keine belastbaren Zahlen, die zunehmende Überalterung sei jedoch deutlich spürbar.

Der Nachwuchsmangel ist deshalb eines der Hauptprobleme der Jäger. Besonders in den weniger dicht besiedelten Gebieten des Thüringer Waldes sei bereits ein Mangel spürbar, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Anstatt ortsansässiger Revierjäger gebe es dort immer mehr Gastjäger.

200 Nachwuchsjäger pro Jahr decken Bedarf nicht

Seit 2001 bestehen jedes Jahr rund 200 Nachwuchsjäger das "grüne Abitur". Trotzdem würden mehr Jäger ausfallen, als ausgebildet würden, hieß es. Der Bedarf könne nicht gedeckt werden. In diesem Jahr haben sich 334 Nachwuchsjäger zu den Jagdprüfungen angemeldet. Das sei der höchste Stand seit 2003, sagte ein Ministeriumssprecher. Landesjagdverband und Umweltministerium wollen in den kommenden Jahren stärker für die Jägerausbildung werben, unter anderem mit einer Seite im Internet, hieß es.

Der Jagdverband betonte in diesem Zusammenhang noch einmal die Bedeutung der Jagd für das Ökosystem Wald. Ohne Bejagung würden Wildschäden, Krankheiten und die Ausbreitung invasiver Arten unkontrolliert zunehmen, sagte Herrmann. Einen großen Teil des ehrenamtlichen Engagements der Jäger fließe zudem in die Hege und den Naturschutz.

Zu Beginn der Herbstzeit hat der Jagdverband Naturfreunde und Verkehrsteilnehmer zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. Holzeinschlag, Maisernte und der Anfang der Hauptjagdzeit hätten zur Folge, dass das Wild deutlich aktiver sei als üblich.

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