Goldschakal mehrfach in Thüringen gesichtet

Erfurt.  Mehrfach wurden Goldschakale bereits in Thüringen gesichtet, bislang fehlen aber genetische Nachweise. Der Wolf könnte dem Tier das Leben hierzulande schwer machen.

Ein Goldschakal mit dem typischen gelblichen Fell in einem Gehege.

Ein Goldschakal mit dem typischen gelblichen Fell in einem Gehege.

Foto: Felix Böcker / dpa

Über die genaue Verbreitung des Goldschakals in Thüringen existieren derzeit keine detaillierten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Das Landesamt für Naturschutz stellt auf Anfrage fest, dass der erste bestätigte Nachweis vom August 2019 von einer Kamera aus dem Nationalpark Hainich stamme.

Anschließend folgten dort fünf weitere Aufnahmen, die letzte im Juli 2020. „Um wie viele Tiere es sich genau handelt oder ob immer wieder dasselbe Tier fotografiert wurde, ist den Fotos nicht zu entnehmen“, so Referent Lutz Baseler.

Größer als Füchse, kleiner als Wölfe

Die Raubtiere sind eigentlich auf dem Balkan heimisch und haben ihren Namen vom goldgelb gefärbten Fell. Sie sind größer als Füchse, kleiner als Wölfe, gelten als Allesfresser und ernähren sich von Fischen, Mäusen, Aas sowie von Pflanzen.

Sie wandern durch Mitteleuropa und können dabei täglich 30 Kilometer zurücklegen. In Deutschland wurden sie erstmals vor rund 20 Jahren beobachtet.

Wolf wird Goldschakal nicht dulden

Der Naturschutzbund weist darauf hin, dass es zwar auch in Thüringen schon mehrere angebliche Sichtungen gab: doch auf Grund fehlender genetischer Nachweise könne nicht gesagt werden, inwiefern sich der Goldschakal etabliert und vielleicht auch reproduzieren wird.

Projektkoordinator Silvester Tamás glaubt, dass der Goldschakal in den nächsten Jahren durchaus ein gewisses Gebiet erobern könnte. Allerdings macht er auch deutlich, dass der Wolf in seinem Revier dessen Anwesenheit „nicht dulden und ihn wohl ausschalten würde.“

In Deutschland gibt es derzeit rund 130 Wolfsrudel, in Thüringen wurde das erste im August, in Nähe des Truppenübungsplatzes von Ohrdruf, nachgewiesen. Noch sei aber fraglich, wie viele der mindestens vier Jungtiere die nächsten beiden kritischen Jahre überleben werden. Die Sterblichkeitsrate, so Tamás, betrage da immerhin 70 bis 80 Prozent.

Neben natürlichen Faktoren seien die Tiere vor allem durch Unfälle im Straßenverkehr und durch die illegale Jagd bedroht.

Erstmals Goldschakal in Thüringen gesichtet

Schöndorf: Stadtjäger sichtet Goldschakale