Nach Erdbeben: Sorge wegen Vulkan „Teide“ auf Teneriffa

Berlin  Ein Erdbeben der Stärke 4,2 hat die Kanarischen Inseln erschüttert. Personen kamen dabei nicht zu Schaden, allerdings sind Forscher wegen der Aktivitäten des Vulkans „Teide“ in Sorge.

Eine Passatwolke verhüllt den Gipfel des Pico del Teide im Nationalpark Teide auf Teneriffa.

Eine Passatwolke verhüllt den Gipfel des Pico del Teide im Nationalpark Teide auf Teneriffa.

Foto: imageBROKER/Michael Weber

Auf Teneriffa wächst nach Erdbeben die Sorge vor einem Vulkanausbruchs des Teide. Ein Sonderplan für Vulkanausbrüche wurde von der Regierung der Kanarischen Inseln ausgerufen. Das Erdbeben der Stärke 4,2 soll nun genauer untersucht werden.

Erdbeben sind Einwohner und Besucher auf Teneriffa und den anderen kanarischen Inseln eigentlich gewohnt. Rund viermal bebte im vergangenen Jahr pro Tag die Erde, meist waren es kleinere Erschütterungen, die man kaum spürte.

Am Freitag aber erschütterte ein Erdbeben mit der Stärke 4,2 auf der Richterskala die spanische Inselgruppe zwischen Teneriffa und Gran Canaria. Im gesamten letzten Jahr gab es kein Beben dieser Stärke.

Katastrophenschutzplan für Vulkan-Risiken wird angewandt

Laut der katalanischen Tageszeitung „La Vanguardia“ sind über 20 Anrufe bei den Behörden eingegangen, in denen das Beben gemeldet wurde. Verletzte habe es aber nicht gegeben.

Dennoch wandte die Regierung der Kanarischen Inseln vorsorglich den Sonderplan für Katastrophenschutz und Notfallvorsorge bei Vulkan-Risiken an. Das berichtet die „Teneriffa News“. Ein wissenschaftlicher Ausschuss wird nun zusammentreten und das Erdbeben in Hinblick auf vulkanische Aktivitäten überprüfen.

Der Grund für die Sorge ist der Vulkan Teide

Der Vulkan ist

  • mit 3.718 Metern die höchste Erhebung der Kanarischen Inseln und zugleich der höchsten Berg Spaniens ist.
  • Teide ist ein aktiver Vulkan, der zuletzt 1909 ausbrach.
  • Der Vulkan liegt in einem großen Nationalpark, der nächste Ort, La Guancha, ist Luftlinie knapp elf Kilometer entfernt.

Vulkan-Experten sehen keine unmittelbare Ausbruchsgefahr

Laut ersten Expertenmeinungen sei mit einem Vulkanausbruch allerdings nicht zu rechnen, schreibt „Teneriffa News“. Das Erdbeben sei wohl eher durch tektonische Bewegungen zwischen den beiden Inseln zustande gekommen.

Gänzlich ausschließen habe man vulkanische Aktivitäten aber nicht können. Daher trete am Montag in Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz der wissenschaftliche Ausschuss zusammen.

Das Erdbeben am Freitag habe sich laut des spanischen Instituto Geográfico Nacional (IGN) in einer Tiefe von rund 14 Kilometern ereignet und dauerte etwa eine Minute. Anschließend seien zwei weitere Beben gefolgt.

Auch am Wochenende gab es noch starke Erschütterungen: Bei einem Beben am Samstag wurde die Stärke 2,8 gemessen, am Sonntag bebte die Erde mit einer Stärke von 2,0.

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