Schermaus zerstörte in Bebra große Teile einer Neuaufforstung

Ein kleines Nagetier macht den Forstleuten derzeit arg zu schaffen: die Maus. Auch im Bereich des Forstamtes Sondershausen sind die angerichteten Fraßschäden bereits beträchtlich. Forstamtsleiter Lutz Eichhorn ist verärgert. Erst im März begannen er und seine Kollegen mit den Aufforstungsarbeiten an der Waldfeldkante im Revier Bebra.

Sondershausen. Auf zwei Hektar wurden junge Eichen gepflanzt. 200 von ihnen müssen nun schon wieder nachgepflanzt werden. Die Maus, genauer gesagt die Schermaus oder landläufig auch Wühlmaus genannt, labte sich an ihnen und fraß einem beträchtlichen Teil der kleinen Bäumchen die Wurzeln ab. Zwar setzt das Forstamt im Allgemeinen auf eine natürliche Verjüngung. Aber speziell in besagtem Gebiet werden die Anpflanzungen vorgenommen. Der Wirbelsturm Kyrill hatte hier große Zerstörungen angerichtet. "Bis die ersten Bäumchen von alleine nachgewachsen sind, vergehen schnell mal 20 Jahre. So lange wollen wir nicht warten", nennt Eichholz die Beweggründe.

Also wurde selbst Hand angelegt. Junge Eichensetzlinge kamen in die Erde. "Eine einheimische Art haben wir uns dafür ausgesucht, die gut ins Gebiet passt", so der Amtsleiter. Die Freude währte jedoch nur kurz: "Zuerst steht der Baum schief. Und wenn man ihn anhebt, ist er unten angespitzt", beschreibt er das Fraßmuster des Nagers. Kein Widerstand ist mehr zu verspüren – alles Unterirdische ist komplett weggefressen. "Die Mäuse leben unter der Erde. Das genau ist das Problem", sagt Eichhorn. Kein Fressfeind, wie Bussard oder Fuchs, kommt so an sie heran.

"Der einzige, der so eine Maus mal ausgräbt, das ist mein Dackel. Aber der allein käme mit der Jagd gar nicht hinterher", seufzt der Forstamtsleiter und möchte fast schon von einer Wühlmaus-Plage sprechen. Gerade jetzt im Frühjahr sei der Appetit der Nager besonders groß. Und am besten schmecken ihm natürlich ausgerechnet unsere Baumschul- Bäume. "Die haben noch sehr viele Nährstoffe". Auch Rehe merken den Unterschied und ziehen die Bäumchen jenen vor, die natürlich im Wald gewachsen sind. Neben Mäusen hat auch die Trockenheit den Jungbäumen in den vergangenen Wochen arg zugesetzt. Ein Landregen könnte die Verluste mindern.

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