Thüringen setzt zur Wolfsjagd neue Fallen ein

Erfurt  Das Thüringer Umweltministerium verstärkt seine Bemühungen, den Wolfshydriden einzufangen. Die Gefahr nimmt zu, dass sich die Ohrdrufer Wölfin mit ihrem Mischlingssohn paart.

Die Wölfin und ein Sohn streifen bis heute Seite an Seite durch die Gegend um Ohrdruf. Symbol-

Die Wölfin und ein Sohn streifen bis heute Seite an Seite durch die Gegend um Ohrdruf. Symbol-

Foto: Patrick Pleul

Das Umweltministerium verstärkt seine Bemühungen, die Wölfin von Ohrdruf einzufangen und deren Hund-Wolf-Mischlingssohn tot oder lebendig der Natur zu entnehmen.

Erstmals werden dazu jetzt so genannte Soft-Catch-Fallen rund um Ohrdruf eingesetzt, wie das Ministerium unserer Zeitung am Freitag auf Anfrage mitteilte. Bisher waren diese gepolsterten Schnappfallen, von denen keine ernsthafte Verletzungsgefahr für Wölfe ausgehen soll, europaweit verboten.

Die Zeit drängt – aus zwei Gründen: Am 31. Dezember endet die Sonderabschussgenehmigung für den sogenannten Hybriden, den die Wölfin im Mai 2017 gebar und der inzwischen geschlechtsreif ist. Gleichzeitig beginnt die Paarungszeit. Da Inzest bei Wölfen durchaus vorkommt, steigt die Gefahr, dass die Wölfin im Mai erneut keine echten Wölfe gebiert.

Eine genetische Verunreinigung der Wolfspopulation würde damit wahrscheinlicher. Für den Wolfs- sowie den Artenschutz in ganz Deutschland wäre das ein größeres Problem.

Um dies zu vermeiden, muss das Thüringer Umweltministerium zumindest wissen, wo die Wölfin sich aufhält. Sie soll deshalb gefangen, mit einem Sender versehen und danach wieder freigelassen werden. Wenn sie im Mai dann Junge gebiert, kann man die Tiere lokalisieren und die Welpen später im Bärenpark Worbis großziehen. Das Gehege dort ist bereits ausgerüstet dafür. Vor etwa einem Jahr wurde ein Spezialgehege in Worbis für etwa 100.000 Euro wolfssicher gemacht. Damals hoffte man im Ministerium, man könne die sechs Mischlingswelpen der Ohrdrufer Wölfin einfangen und zur Attraktion des Bärenparks machen.

Der Plan misslang jedoch. In den großen Kastenfallen hockten zwar bisweilen gefangene Tiere, aber weder die Wölfin noch einer der Hybriden. Sie waren zu schlau. Schließlich wurden drei Hybriden erschossen, zwei sind verschwunden. Die Wölfin und ein Sohn streifen bis heute Seite an Seite durch die Gegend um Ohrdruf.

Seit Juli 2017 fielen den Raubtieren knapp 150 Schafe und Ziegen zum Opfer. „Natürlich ist das ein Problemwolf“, sagt Jens-Uwe Otto, Vorsitzender des Landesverbandes Thüringer Schafzüchter.

Eine Verlängerung der Abschussgenehmigung für den Hybriden durch das Landesverwaltungsamt werde es nicht geben, teilte ein Sprecher mit.

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