Tornado fegte übers Weimarer Land

Ein Tornado ist am Donnerstagnachmittag mitten durch das Weimarer Land gezogen. Der auch Windhose genannte Wirbelsturm war gegen 15 Uhr zwischen Schwabsdorf und Rödigsdorf entstanden, zog nördlich an Rödigsdorf vorbei Richtung Niederroßla. Während sich Betrachtern aus der Ferne ein Naturschauspiel bot, hinterließ der Sturm bei Betroffenen eine Spur der Verwüstung.

Leserin Cora Gräf fotografierte den Tornado. als er über Oßmannstedt und Rödigsdorf hinwegfegte.

Foto: zgt

Rödigsdorf. Andreas Schneider aus Großromstedt beobachtete sogar die Entstehung. Er war gerade von Arbeit aus Jena gekommen und drehte mit seinem Hund eine Runde, als ihm die dunklen Wolken zwischen Rödigsdorf und Umpferstedt auffielen: "Plötzlich kam ein Zipfel aus den Wolken, bis der Rüssel den Boden erreichte und riesige Wolken aufwirbelte."

Die meisten Zuschauer hatte das Spektakel wahrscheinlich im Gewerbegebiet an der B 87. Heidrun Vehlow und ihre Kollegen bei der Fa. Robertson Vogue waren fasziniert und erschreckt zugleich. Den Sturm sahen sie in nordwestlicher Richtung über das Firmengebäude von B&V hinweg. Wie Andreas Schneider zückte auch sie das Handy und machte damit seltene Aufnahmen. Andrej Schleicher nahm den Wirbelsturm in der Nähe der "Papalina" als Video auf. Lars Wilhelm aus der Lackiererei Scherneck fotografierte ihn.

Wo sich der Sturm auflöste, ist bislang nicht bekannt. Die Rettungsleistelle bekam zwar mehrere Mitteilungen von besorgten Bürgern. Feuerwehren wurden aber nicht alarmiert. Der größte Teil der Tornado-Bahn lag über freiem Feld.

Schäden hat der Sturm dennoch hinterlassen. Nach allem, was bekannt ist, traf er die beiden Rödigsdorfer Björn Fischer (37) und Uwe Poppe (45) am schlimmsten . Sie haben Gärten am nördlichen Ortsrand in Richtung Ulrichshalben. Fassungslos blickte Björn Fischer auf die 22 Meter hohe Tanne, deren Stamm von 45 Zentimetern Durchmesser in Mannshöhe abgebrochen war und 20 Meter weiter liegen blieb. Die Metallrahmen seines selbst geschweißten Gewächshauses hat der Sturm regelrecht auseinander gerissen. Ein Sonnenschirm hing beim Nachbarn im Baum. Dieser Nachbar braucht einen neuen Gartenzaun. Auf 20 Metern hat der Tornado die Betonpfosten abgeknickt. Besonders traurig ist Uwe Poppe über den Verlust seines Birnbaums.

Die Rödigsdorferin Simone Pfotenhauer gibt zu, dass ihr das Schauspiel nicht einerlei war. "Da kam eine dicke gelbe Wand auf mich zu", sagt sie. "Regenfässer flogen durch die Luft, der Strom war weg." Zwar kamen auch einige dicke Tropfen vom Himmel. Eigentlich sei der Sturm aber ein trockener gewesen. Er wirbelte die trockene obere Erdschicht auf und hinterließ eine zentimeterdicke Staubschicht auf Autos.

Ines Wiethe vom Landgasthof in Rödigsdorf dachte zuerst sogar an einen Brand. Plötzlich kam sehr starker Wind auf und der wurde immer schlimmer. Dann drehte das Ganze Richtung Oßmannstedt ab. "Wir sind dann schnell ins Haus geflüchtet. Es war auch relativ schnell wieder vorbei."

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