Trassengegner beraten ihr Vorgehen

Landkreis  Geplante Stromtrasse „Suedlink“: Bündnis berät mit Politik und Landwirtschaft, wie der Protest wirksamer organisiert werden kann. Einbezogen sind auch Akteure aus dem Unstrut-Hainich-Kreis

Riesige Windparks in der Nordsee erzeugen Strom. „Suedlink“ soll ihn nach Süddeutschland transportieren. Doch niemand will die Stromtasse in seinem Revier haben.

Riesige Windparks in der Nordsee erzeugen Strom. „Suedlink“ soll ihn nach Süddeutschland transportieren. Doch niemand will die Stromtasse in seinem Revier haben.

Foto: Christian Charisius, dpa

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Wir wollen sie nicht und wir brauchen sie nicht“. Mit dieser Einschätzung über die geplante Starkstromtrasse „Suedlink“ sprach Wartburgkreis-Landrat Reinhard Krebs (CDU) am Freitag in Bad Salzungen den Vertretern des Bündnisses gegen die Trasse sowie Vertretern von Kommunen und Agrarbetrieben aus der Seele. Das Salzunger Bündnis, in dem sich der Wartburgkreis, die Stadt Eisenach und die Kreise Schmalkalden-Meiningen und Unstrut-Hainich zusammengetan haben, um die Trasse durch Westthüringen zu verhindern, hatte zu dem Treffen geladen.

Die Fragestellung ist: Wie soll es nach der Ablehnung des Trassenvorschlages der Thüringer Landesregierung weitergehen? Die Bundesnetzagentur hat eine Firma mit der Planung einer unterirdisch verlegten Starkstromtrasse von der Nordsee bis nach Bayern beauftragt, um die im Norden erzeugte Windenergie nach Süden zu bringen.

Bund lehnt eine Trasse durch Hessen ab

Zwei Trassen sind im Gespräch: Eine führt durch Westthüringen. Eine von der Landesregierung vorgeschlagene Variante (die auch durch Osthessen führt), wird von der Bundesnetzagentur als nicht tragfähig angesehen. Bis Ende des Jahres soll das Verfahren soweit sein, dass in einem Planfeststellungsverfahren der grundstücksgenaue Verlauf ermittelt werden kann.

Zunächst müsse man in Westthüringen auf allen Ebenen viel mehr Druck machen, um „die Ablehnung der Region gegen diese Variante durch Westthüringen“ deutlich zu machen. Vor allem aber, da waren sich alle Teilnehmer einig, müssten die Grundstückseigentümer sensibilisiert werden. Schließlich werde ihr Land dann entweder nur noch eingeschränkt nutzbar sein oder gar nicht mehr.

Das Problem: Viele Eigentümer haben ihre Flächen an landwirtschaftliche Betriebe verpachtet. „Die haben zum Teil nur noch finanzielles Interesse oder wohnen gar nicht hier. Wir müssen verhindern, dass Eigentümer und Pächter gegeneinander ausgespielt werden“, so Hörselberg-Hainichs Bürgermeister Bernhard Bischof (CDU).

Landrat Krebs gab allerdings zu bedenken, dass das Salzunger Bündnis selbst eine Anwaltskanzlei an der Hand habe, die aber lediglich die Verfahrensfragen begleite. „Am Ende wird aber jeder Eigentümer seine eigentumsrechtlichen Interessen selbst durchsetzen müssen.“ Da haben aber viele Zweifel, ob dies so gelingen wird.

Hannes Knott (CDU), der junge Bürgermeister von Moorgrund, riet, schon jetzt Eigentümer und Pächter mit den Kommunen an einen Tisch zu bringen, und einzelne Handlungs-strategien zu entwickeln.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren