Brüder im Meininger Mordprozess zu langen Haftstrafen verurteilt

Nach dem gewaltsamen Tod eines 59-Jährigen hat das Landgericht Meiningen langjährige Haftstrafen gegen die zwei Angeklagten aus Suhl verhängt.

Das Gericht verurteilte den 18-Jährigen zu einer neunjährigen Jugendstrafe und seinen 24-jährigen Bruder zu elf Jahren Haft wegen Mordes, besonders schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und versuchter gemeinschaftlicher schwerer räuberischer Erpressung. Foto: Alexander Volkmann

Das Gericht verurteilte den 18-Jährigen zu einer neunjährigen Jugendstrafe und seinen 24-jährigen Bruder zu elf Jahren Haft wegen Mordes, besonders schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und versuchter gemeinschaftlicher schwerer räuberischer Erpressung. Foto: Alexander Volkmann

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Meiningen/Suhl. Es verurteilte am Donnerstag den 18-Jährigen zu einer neunjährigen Jugendstrafe und seinen 24-jährigen Bruder zu elf Jahren Haft wegen Mordes, besonders schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und versuchter gemeinschaftlicher schwerer räuberischer Erpressung. Damit folgte die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Vorsitzende Richterin Manuela Pallasch sprach von einer Tat, die an Brutalität, Massivität und Aggressivität ihres Gleichen sucht.

Nach Überzeugung des Gerichts konnte der Sachverhalt nur aufgrund des umfassenden Geständnisses des jüngeren Angeklagten aufgeklärt werden. Der damals 17-Jährige hatte die Tat im Ermittlungsverfahren eingeräumt.

Täter reagierten sich an Opfer ab

Demnach hatten sie ihr Opfer im Juni in dessen Wohnung brutal misshandelt und getötet. Die Täter hatten den 59-Jährigen über Stunden hinweg unter anderem geschlagen, getreten und brennende Zigarettenstummel in die Nase gesteckt. Die beiden Mitangeklagten räumten ihre Tatbeteiligung erst vor Gericht ein.

Der Kammer zufolge entwickelte sich eine Gruppendynamik, in der sich jeder der drei Tatbeteiligten beweisen wollte. Dabei sei das Opfer in einer Art herabgewürdigt worden, die einen schaudern lasse, betonte die Vorsitzende Richterin. Irgendwann sei es nur noch darum gegangen, sich auszutoben. "Das Opfer hat den Angeklagten zu keinem Zeitpunkt einen Anlass für die Tat geliefert", sagte sie. Der Mann habe zurückgezogen und friedfertig gelebt.

Zugunsten des jüngeren Angeklagten wertete die Kammer sein umfassendes Geständnis. Seinem Bruder wurde der erhebliche Alkoholkonsum strafmildernd zugrunde gelegt. Zwar sei auch der jüngere Bruder alkoholisiert gewesen. Bei ihm könne es jedoch nicht mildernd berücksichtigt werden, da er bereits nüchtern aggressiv ist und sich das durch Alkohol lediglich potenziert. Das Gericht ging bei dem 18-Jährigen zudem von schädlichen Neigungen aus. Strafverschärfend wertete das Gericht bei beiden Angeklagten, dass sie ihr Opfer über einen langen Zeitraum gequält hatten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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