Busprozess um Korruptionsverdacht in Nahverkehrsbetrieben fast geplatzt

Mühlhausen  Der seit Monaten vor dem Landgericht in Mühlhausen verhandelte Busprozess gegen Ex-Geschäftsführer der Nahverkehrsbetriebe des Weimarer Landes und Gera/Landkreis Greiz sowie zwei weitere Beteiligte drohte am Mittwoch zu platzen.

Seit Monaten wird der Busprozess am Landgericht Mühlhausen verhandelt.

Seit Monaten wird der Busprozess am Landgericht Mühlhausen verhandelt.

Foto: Martin Schutt/dpa

Einer von den mittlerweile nur noch vier Angeklagten erschien zum Prozessbeginn nicht. Er habe am Vortag einen Unfall gehabt, informierte der Vorsitzende Richter Albert Spitzer. Roland N. machte sich aber dennoch auf dem Weg nach Mühlhausen. Er reist regelmäßig aus dem Raum Stuttgart ins etwa 350 Kilometer entfernte Mühlhausen. N. gilt in dem Verfahren als Drahtzieher der angeklagten Daten. Erst in der Mittagsstunde tauchte N. am Mittwoch in Mühlhausen auf, wurde dann für eine Stunde vernommen. Dann endete der Prozesstag. Denn einer der Anwälte musste bereits am frühen Nachmittag zu einer weiteren Verhandlung am Landgericht Erfurt erscheinen.

Angeklagt sind neben N. die beiden Ex-Geschäftsführer der Nahverkehrsbetriebe des Weimarer Landes, Jonas H., und von Gera/Landkreis Greiz, Andreas R. Sie sollen mit N. und dem weiteren Angeklagten Mehmet G. windige Geschäfte bei der Beschaffung von Bussen für die beiden Unternehmen betrieben haben. Dabei sollen Rechnungen bezahlt worden sein über Leistungen, die so nie erbracht wurden. Der Schaden, der entstanden sein könnte, beträgt mehrere hunderttausend Euro.

Der 9. Januar ist der letzte Tag gewesen, an dem fristwahrend – im Abstand von drei Wochen – verhandelt werden konnte. Deshalb musste N. zur Verhandlung kommen, die nun noch bis März terminiert werden soll. Wäre N. nicht erschienen, dann wäre der Prozess geplatzt und hätte von vorn beginnen müssen.

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