Ein Verfahren im Fall Schloss Reinhardsbrunn eingestellt - Zweites läuft

Erfurt/Gotha. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verkaufs des von Verfall bedrohten Schlosses Reinhardsbrunn ist nach vier Jahren eingestellt worden. Ein weiteres Verfahren wegen Verdachts auf Insolvenzverschleppung läuft derweil noch.

Das idyllisch gelegene Schloss Reinhardsbrunn muss notdürftig vom Staat gesichert werden, weil der Besitzer nicht auffindbar ist. Foto: Marco Kneise

Das idyllisch gelegene Schloss Reinhardsbrunn muss notdürftig vom Staat gesichert werden, weil der Besitzer nicht auffindbar ist. Foto: Marco Kneise

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Es handele sich dabei um den Verdacht auf Geldwäsche in Millionenhöhe, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hannes Grünseisen, am Donnerstag und bestätigte einen Bericht von MDR Thüringen. Es gebe keinen ausreichenden Tatverdacht gegen drei Beteiligte. Allerdings laufe ein zweites Verfahren weiter, bei dem es um den Verdacht auf Insolvenzverschleppung geht, sagte Grünseisen.


Angesichts des dramatischen Verfalls der Schlossanlage im Kreis Gotha hatte Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow im Sommer Anzeige wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung und Betrug erstattet. Ihm vorliegende Unterlagen nährten den Verdacht, dass Reinhardsbrunn als Pseudo-Immobilienwert oder "stille Reserve" für dubiose Kauf- und Beleihungsaktionen zwischen verschiedenen Firmen benutzt wurde, hatte Ramelow seine Anzeige begründet. Das idyllisch gelegene Schloss Reinhardsbrunn muss notdürftig vom Staat gesichert werden, weil der Besitzer nicht auffindbar ist.


Für Ramelow könnte die Verantwortung dafür ein Thüringer Geschäftsmann tragen. Laut Grünseisen ist die Anzeige von Ramelow von der Staatsanwaltschaft Mühlhausen an die in Erfurt übertragen worden, weil hier bereits die Ermittlungen wegen Geldwäsche-Verdachts liefen. Die Schlossanlage war 1827 auf den Ruinen eines Klosters errichtet worden.