Keine Konsequenzen für Elefantenjäger Udo W.

Erfurt. Die E-Mail kam im Januar aus der grünen Landtagsfraktion. "Großwildjäger im Umweltministerium!" lautete die Überschrift. Im Anhang befand sich ein anonymes Schreiben aus dem Ressort nebst Fotos des Abteilungsleiters Udo W., wie er mit einem von ihm abgeschossenen Elefanten posierte.

Bild des Anstoßes: Udo W. und der erlegte Elefant.

Bild des Anstoßes: Udo W. und der erlegte Elefant.

Foto: zgt

Was folgte, besaß zumindest zum Teil ebenso jagdähnliche Züge. Die wichtigsten Medien der Bundesrepublik (und etliche darüber hinaus) berichteten von jenem Spitzenbeamten, der in seiner Arbeitszeit für den Artenschutz zuständig war - und in seiner Freizeit in Afrika nicht das erste Mal auf Safari ging, um Trophäen geschützter Tiere zu sammeln. Dazu setzte im Internet das ein, was man unübersetzbar als "Shitstorm" bezeichnet, Morddrohungen inklusive.

Nun, knapp neun Monate später, lautet die Bilanz: Udo W. ist seit den Vorgängen krankgeschrieben, zumal seine Versetzung an die Spitze einer Landesbehörde am dortigen Protest scheiterte. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen, wie bereits berichtet, längst eingestellt. Und auch das Ministerium wird, wie es am Donnerstag dem MDR bestätigte, keinerlei disziplinarische Maßnahmen ergreifen. Das Verfahren sei eingestellt worden, sagte ein Sprecher. Die bereits erhobene Klage habe man mangels Erfolgsaussichten wieder zurückgezogen.

So bleibt es dabei, dass manchen Dingen, so moralisch fragwürdig oder politisch dumm sie auch sein mögen, juristisch nur schwer beizukommen ist. Ob der Beamte Udo W. jemals wieder im Umweltressort arbeiten wird, darf allerdings arg bezweifelt werden. Denn wie immer auch die künftige Regierung aussehen wird, so dürfte das Ministerium an jene Frau gehen, die damals die Affäre in Gang brachte: die grüne Fraktionsvorsitzende Anja Siegesmund.

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