Mehr Sexualstraftaten und Drogentote in Thüringen

Erfurt.  Die Zahl der Straftaten ist in Thüringen im vergangenen Jahr gesunken. In einigen Bereichen gab es jedoch auch Anstiege.

Am Donnerstag wurde die Thüringer Kriminalstatistik für Thüringen vorgestellt.  (Symbolbild)

Am Donnerstag wurde die Thüringer Kriminalstatistik für Thüringen vorgestellt. (Symbolbild)

Foto: Tino Zippel

Die Zahl der Sexualstraftaten ist im Vorjahr auf insgesamt 1827 Straftaten in Thüringen gestiegen. Das sind 118 Fälle mehr als vor zwei Jahren. Rückläufig sind die Fallzahlen bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung im besonders schweren Fall.

Mehr Straftaten erfasst die polizeiliche Kriminalstatistik für das Vorjahr unter anderem bei sexueller Nötigung, sexueller Belästigung sowie sexuellem Missbrauchs und bei Kinderpornografie. In diesem Straftatbereich liegt der Anteil nichtdeutscher Täter überproportional hoch, erklärte Innenminister Georg Maier (SPD) am Donnerstag beim Vorstellen der Straftaten- und Aufklärungsbilanz.

Der Minister warnte eindringlich davor, dass mit der aufziehenden Corona-Viruspandemie Betrüger versuchen könnten, vor allem die Unsicherheit älterer Menschen auszunutzen. Die Bevölkerung sollte sehr vorsichtig sein, wenn sich Personen unangemeldet als Mitarbeiter von Gesundheitsbehörden ausgeben oder Tests verkaufen wollten, um so in die Wohnungen zu gelangen.

Anzahl der Straftaten in Thüringen deutlich gesunken

Insgesamt ist die Anzahl der Straftaten in Thüringen vergangenes Jahr deutlich auf rund 129.300 gesunken. Das sind knapp zehn Prozent weniger als noch vor zwei Jahren. Verschlechtert hat sich dabei die Aufklärungsquote mit 61,1 Prozent. Vor zwei Jahren lag diese noch bei 66,1 Prozent.

Minister Maier betonte, dass der Freistaat aber weiterhin zu den sichersten Ländern in Deutschland gehöre. Er räumte zugleich eine, dass sich in der Aufklärungsquote auch die knappe Personaldecke der Polizei abzeichne. Allerdings sei der Umschwung erreicht, so dass künftig wieder mehr Polizistinnen und Polizisten im Vollzugsdienst eingesetzt werden können.

Offiziell deutlich zurückgegangen ist auch die Zahl der Drogendelikte. Mit 11.692 befinden sich Rauschgiftstraftaten aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Allerdings wurden im Vorjahr mit 73 Kilogramm Marihuana, 74 Kilogramm Methamphetamin – wie beispielsweise Crystal – und knapp 8000 Ecstasy-Tabletten, teilweise Rekordmengen sichergestellt.

Knapp ein Drittel der Einbrüche konnten aufgeklärt werden

In Thüringen starben drei Frauen und 23 Männer an den Folgen ihres Drogenkonsums. Diese Zahl und die Sicherstellungsmengen zeigen, dass Rauschgiftkriminalität weit in die Gesellschaft vorgedrungen ist. Dieser Bereich gehört zu den sogenannten Kontrolldelikten. Die Zahl der ermittelten Straftaten sei immer auch abhängig von der Intensität der Ermittlungen, betonte Georg Maier.

Deutliche Erfolge sieht er beim Wohnungseinbruchsdiebstahl. Es sei der Polizei gelungen die Straftaten um fast ein Fünftel auf knapp 1000 zu reduzieren. Knapp ein Drittel der Einbrüche konnten aufgeklärt werden.

Der Minister weist darauf hin, dass bei einigen Kriminalitätsfeldern die gesunkenen Deliktzahlen auch von der Einführung des neuen Fallbearbeitungssystems mit beeinflusst wurden, weil das Programm in bestimmten Bereichen Angaben zusammenfasse.

Insgesamt ermittelte die Polizei vergangenes Jahr 48.816 Tatverdächtige. Mit 17,4 Prozent hat sich dabei der Anteil nichtdeutscher Verdächtiger im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert. Dieser liegt damit deutlich über dem Bevölkerungsanteil.