Nach spektakulärem Ausbruch: U-Haft-Flüchtling wegen Drogenhandel verurteilt

Erfurt  Mit seiner spektakulären Flucht aus der Untersuchungshaft in Suhl-Goldlauter hatte der Angeklagte bundesweit Schlagzeilen gemacht, am Dienstag wurde er am Landgericht Erfurt zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Vasile T. und sein Rechtsanwalt Frank Wellner (rechts).

Vasile T. und sein Rechtsanwalt Frank Wellner (rechts).

Foto: Fabian Klaus

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Vasile T. bleibt im Gefängnis. Der 42-Jährige, der 2017 mit einer spektakulären Flucht aus der Untersuchungshaft in Suhl-Goldlauter bundesweit Schlagzeilen gemacht hatte, wurde am Dienstag am Landgericht Erfurt zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 5 Monaten verurteilt. Die Kammer unter dem Vorsitz von Richter Markus von Hagen verurteilt ihn wegen gemeinschaftlichem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie Besitz von Betäubungsmitteln in ebenfalls nicht geringer Menge.

Die Staatsanwaltschaft Gera hatte T. angeklagt, weil er der Kopf eines Drogenrings sei, der zwischen Juli 2016 und Juni 2017 in Erfurt Marihuana im großen Stil vertrieb. T. gestand die ihm zur Last gelegten Taten umfassend. Seine Cousine und sein Cousin halfen ihm dabei. Beide sind bereits in einem anderen Verfahren verurteilt worden.

Der Verurteilung ging ein sogenannter Deal der Verfahrensbeteiligten voraus. Gericht und Staatsanwaltschaft hatten während der Beweisaufnahme früh signalisiert, dass sie sich eine Strafe im Bereich von 6 Jahren und 6 Monaten Freiheitsstrafe vorstellen können, wenn T. umfassend gesteht. Nach mehreren Nachfragen waren die vom Angeklagten gelieferten Antworten dann offenbar zur Zufriedenheit von Staatsanwaltschaft und Kammer.

T. hat in den beiden Jahren nach Auffassung des Gerichts sieben sogenannte Beschaffungsfahrten organisiert. Dabei soll etwa 50 Kilogramm Drogen nach Erfurt gebracht und dann gewinnbringend weiterverkauft worden. Mehr als 85.000 Euro der Einnahmen waren bei einer Razzia im Juni 2017 noch gefunden worden und werden jetzt einbehalten.

T. muss zunächst noch weitere ein Jahr, zwei Monate und zwei Wochen in den Knast. Dann kommt er in eine Entziehungsanstalt. Dort soll seine Drogensucht kuriert werden. In seinem letzten Wort entschuldigte sich der Moldawier, er insgesamt elf Vorstrafen aufzuweisen hat: „Ich möchte von den Drogen loskommen und das Gesetz nicht mehr brechen.“

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