Neuer Selbstmord erschüttert JVA Ichtershausen

Im Jugendgefängnis Ichtershausen hat sich in der Nacht zu Montag erneut ein Gefangener stranguliert. Der junge Mann war nicht allein in der Zelle untergebracht: Der Mitgefangene hatte ihn gegen 3 Uhr morgens leblos gefunden und den Notarzt gerufen. Dieser konnte aber nur den Tod des Häftlings feststellen.

Der Selbstmord des 23-Jährigen ist der zweite Suizid binnen weniger Monate in Ichtershausen. Foto: Sascha Fromm

Der Selbstmord des 23-Jährigen ist der zweite Suizid binnen weniger Monate in Ichtershausen. Foto: Sascha Fromm

Foto: zgt

Ichtershausen. Der 23-Jährige verbüßte seit September 2009 eine Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, teilte das Justizministerium heute mit. Er war unter anderem wegen räuberischer Erpressung verurteilt worden.

Erst Anfang Januar hatte sich ein 32-jähriger Häftling in der Justizvollzugsanstalt Suhl-Goldlauter erhängt. Im vergangenen Jahr hatten sich fünf Häftlinge in Thüringer Gefängnissen das Leben genommen. Im Dezember 2009 war ein 21-Jähriger in der Jugendstrafanstalt Ichtershausen tot gefunden worden, er hatte sich ebenfalls stranguliert.

Nach den Selbstmorden in den Thüringer Justizvollzugsanstalten im vergangenen Jahr hatte im Februar 2010 eine Arbeitsgruppe des Justizministeriums ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll die Suizide im Einzelnen bewerten und Maßnahmen zur Prävention verbessern. Der Arbeitsgruppe gehören Leiter von Justizvollzugsanstalten, Psychologen, Seelsorger und Mitarbeiter des Ministeriums an.

Selbstmord gilt als die häufigste Todesursache im Justizvollzug. Dies liegt laut Ministerium vor allem an dem durch die Strafe verursachten drastischen Einschnitt in die Lebenswelt des Verurteilten. Deswegen habe der Staat eine besondere Fürsorgepflicht.