NSU-Ermittler haben weiteren Beschuldigten im Visier

München/Jena. Die Bundesanwaltschaft verfolgt laut eines Medienberichts einen neuen Verdacht im Zusammenhang mit dem letzten Banküberfall der rechtsextremen Terrorgruppe NSU am 4. November 2011 in Eisenach.

Wenn im April der Prozess um die rassistisch motivierte Mordserie des Neonazi-Netzwerks NSU beginnt, schaut die Welt nach München. Die Justiz rüstet sich für eines der größten Strafverfahren der Nachkriegsgeschichte. Archivfoto: Sven Hoppe/dpa

Wenn im April der Prozess um die rassistisch motivierte Mordserie des Neonazi-Netzwerks NSU beginnt, schaut die Welt nach München. Die Justiz rüstet sich für eines der größten Strafverfahren der Nachkriegsgeschichte. Archivfoto: Sven Hoppe/dpa

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Wie das Magazin "Focus" am Samstag vorab berichtet, vermuten Fahnder, dass der Jenaer Neonazi André K. die NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in Eisenach begleitet habe. Nach dem Selbstmord der beiden an jenem Tag soll K. das dritte Mitglied der Gruppe, Beate Zschäpe, telefonisch informiert haben.

Dem Bericht zufolge wurde das Fahrzeug von K. kürzlich durchsucht und ein Handy sowie Unterlagen beschlagnahmt. Laut Ermittlungsakten loggte sich die auf K. registrierte Handynummer an jenem 4. November zwischen 13.54 Uhr und 14.06 Uhr in einer Mobilfunkzelle nahe des Wohnmobils ein, in das Böhnhardt und Mundlos nach ihrem Überfall geflüchtet waren.

Mit seinem Handy soll K. eine Internetverbindung zu Zschäpe hergestellt haben. Es bestehe der Verdacht, dass er sie über die Situation in Eisenach informiert habe, hieß es. K.s Anwalt, Hendrik Lippold, erwartet dagegen, dass sich die Vorwürfe zerstreuen werden. Dem "Focus" sagte er: "Die Mobilfunkzelle liegt nun mal nah an der A4, auf der Herr K. an diesem Tag gefahren ist."

Das rechtsextreme NSU-Trio wird für zehn Morde bundesweit verantwortlich gemacht. Nach dem Banküberfall in Eisenach wurden Böhnhardt und Mundlos tot in dem Wohnmobil gefunden und die Gruppe flog auf.

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