Thüringer Landespolizeidirektion mit neuen Strukturen

Die neu geschaffene Landespolizeidirektion (LPD) hat am Montag offiziell den Dienst aufgenommen. Der Zentrale in der Erfurter Andreasstraße, nahe dem Domplatz, sind in Zukunft sieben Polizeiinspektionen im gesamten Freistaat sowie die Autobahn- und Bereitschaftspolizei unterstellt.

Dicht umlagert waren vor dem Festakt zum Start der neuen Landespolizeidirektion der Leiter des Aufbaustabes, Jens Kehr, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Innenminister Jörg Geibert. Foto: Alexander Volkmann

Dicht umlagert waren vor dem Festakt zum Start der neuen Landespolizeidirektion der Leiter des Aufbaustabes, Jens Kehr, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Innenminister Jörg Geibert. Foto: Alexander Volkmann

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Erfurt. Die LPD ist ein entscheidender Bestandteil der laufenden Polizei-Strukturreform in Thüringen, die nach mehrjähriger Vorbereitungszeit im Oktober des vergangenen Jahres vom Landtag beschlossen wurde.

"Es war ein langer Weg, ich bin froh, dass die Umsetzung so gut gelungen ist", sagte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht beim gestrigen Festakt. Gleichzeitig lobte die CDU-Politikerin die engagierte Arbeit der Polizistinnen und Polizisten auf "Spitzenniveau".

Die neu gegründete Landespolizeidirektion hat künftig die Aufgabe einer zentralen Führungs-, Einsatz- und Verwaltungsbehörde. Ihr Herzstück wird die Landeseinsatzzentrale sein, dort werden alle Informationen und die gesamte Kommunikation der Thüringer Polizei gebündelt.

Derzeit läuft die europaweite Ausschreibung für die technische Ausstattung der Großraumzentrale - rund 9,6 Millionen sind für die neuesten Computer, schnellsten Internetverbindungen und den präzisen Geo-Informationsdienst vorgesehen, bestätigte Sprecher Dirk Sauter. Auch der Ausbau von Büros in einem hinteren Trackt sei vorgesehen.

Mir der Technik können dann die rund 70 Beamten das Notrufmanagement dirigieren und die operativen Kräfte bei den Einsätzen unterstützen. Pro Jahr laufen rund 350.000 Notrufe bei der Polizei in Thüringen auf. "Jedes Gespräch wird hier in der Erfurter Zentrale ankommen und gleich ausgewertet werden", erklärte Sauter weiter.

Bis 2013 soll Digitalfunk eingeführt werden

Zur Orientierung der Beamten ist ein hochmodernes Einsatzleitsystem geplant, die Software ermöglicht es, die Besatzung der Streifenwagen noch während der Fahrt zum Einsatzort mit Hintergrundinformationen zu versorgen.

Bis 2013 wird auch der Digitalfunk eingeführt, der die Arbeitsbedingungen weiter verbessern soll.

Durch die nötige Umstrukturierung sollen die Verwaltung effizienter und die Führungsstrukturen gestrafft werden, sagte Innenminister Jörg Geibert (CDU) in seiner Rede.

Zudem werde die Präsenz der Polizei an der Basis verstärkt. "Alle Standorte und Ansprechpartner bleiben erhalten", sagte Geibert. Das Land hofft, durch die angedachte Reform bis zu 400 Polizisten zusätzlich für den Streifendienst freisetzen zu können. Der Umbau der Behörde soll im Jahr 2014 abgeschlossen sein.

Ministerpräsidentin Lieberknecht verwies noch einmal darauf, dass der Vollzug Zeit brauche und "nicht von heute auf morgen gelingen wird". Gleichzeitig rief sie alle Thüringer dazu auf, die Polizeiarbeit zu unterstützen.

Zwar hat die Landespolizeidirektion gestern offiziell ihre Arbeit aufgenommen - jedoch fehlt ihr noch der oberste Chef. Nach TA-Informationen gibt es aber einen Bewerber, der in die engere Auswahl für den gut dotierten Posten des Thüringer Polizeipräsidenten gekommen ist. Insgesamt sollen sich etwa ein Dutzend Interessenten beworben haben, darunter zwei aus Thüringen. Eine Entscheidung soll zeitnah erfolgen.

Bis zur Besetzung der begehrten Stelle wird Polizeidirektor Jens Kehr die Dienststelle in der Andreasstraße führen. Der 52-Jährige leitete zuvor den Aufbaustab zur Errichtung der Landespolizeidirektion.

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