Traktor zu laut: Mann wirft im Eichsfeld mit Tasse nach Traktorfahrer

Eichsfeld  Gerichtsbericht: Ein 29-Jähriger kommt durch Entschuldigung um seine 16. Bestrafung herum.

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Foto: Alexander Volkmann

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Der Fall hätte ins Auge gehen können: Weil es ihm zu laut war, griff ein 29-Jähriger in einem Eichsfelddorf zu einer Tasse und schmiss diese in Richtung eines Traktorfahrers. Dass der Wurf nicht den Fahrer, sondern den Feuerlöscher im Fahrerhäuschen traf, war pures Glück. Diese Attacke hätte auch ganz anders ausgesehen können, wurde vor dem Amtsgericht Heiligenstadt festgestellt.

Dort musste sich der gerichtserfahrene Mann wegen versuchter vorsätzlicher Körperverletzung verantworten. „Wieso schmeißen Sie eine Tasse?“, wollte die Strafrichterin von ihm wissen. „Ich habe ihn nicht treffen wollen und werde mich dafür auch entschuldigen“, rechtfertigte sich der Angeklagte. Er habe erst laut gebrüllt, weil es ihm zu laut war. Als der Lärm nicht aufhörte, warf er die Tasse, die vor ihm auf dem Tisch stand, durchs offene Fenster. Der gleichaltrige Zeuge und Beinahe-Geschädigte reparierte an dem Tag eine Dieselleitung. Die sei einige Jahrzehnte alt gewesen, und der Test verursache nun mal Lärm. Dieser habe knapp eine Minute angedauert. Er sei auch vom Angeklagten beleidigt worden, sagte der Mann. Beide hätten gut 20 Meter auseinander gestanden. Er habe einfach nicht mit ihm reden können. Vom Zeugenstuhl aus kam dann ein erneutes Gesprächsangebot. „Beim nächsten Mal kommste einfach an den Zaun“, sagte der Beinahe-Geschädigte. Er würde ihm auch vergeben, wenn er sich entschuldigt. Das machte der Angeklagte und rettete sich vermutlich vor einer weiteren Bestrafung.

15 Vorstrafen wurden seit 2004 unter seinem Namen ins Register eingetragen. Seit 2015 steht er unter Führungsaufsicht. Die Richterin stellte das aktuelle Verfahren ein, legte aber als Auflage fest, dass er eine Drogentherapie machen muss.

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