Wieder Ärger mit der Justiz: Ermittlungen gegen Jugendpfarrer König

Jena  Der Jenaer Jugendpfarrer Lothar König hat wieder einmal Ärger mit der Justiz. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des Widerstandes gegen einen Polizisten ermittelt.

Gegen den aus Jena stammende Jugendpfarrer Lothar König wird derzeit ermittelt.

Gegen den aus Jena stammende Jugendpfarrer Lothar König wird derzeit ermittelt.

Foto: Peter Michaelis

Im Rahmen von Ermittlungen durchsuchten Kriminalbeamte seine Wohnung und kirchliche Arbeitsräume in Jena. Die Durchsuchung vom Mittwochmorgen bestätigte der Thüringer Allgemeinen gestern Sven Schroth, Sprecher der Staatsanwaltschaft in Gera.

Gegen König werde wegen Widerstandes gegen einen Vollstreckungsbeamten ermittelt. Er soll im August vor zwei Jahren auf einer Demonstration in Jena einen Polizeibeamten, der ihn deutlich zum Anhalten aufforderte, mit einem Lieferwagen „etwa zehn Meter vor sich her geschoben haben“.

Laut Staatsanwaltschaft sollte bei der Polizeiaktion „ein Beweisvideo, das angeblich entlastenden Inhalts ist“, sichergestellt werden. Der Verteidiger von Pfarrer König habe die Vorlage des Videos angekündigt, dieses bisher aber den Ermittlern vorenthalten, sagte der Behördensprecher. Auch der Beschuldigte soll gegenüber den Medien von dessen Existenz gesprochen haben.

Die Staatsanwaltschaft weist ausdrücklich darauf hin, dass sie verpflichtet sei, auch die entlastenden Umstände zu untersuchen und entsprechende Beweise zu erheben. Damit begründet die Geraer Anklagebehörde ihre Maßnahme. Die Polizei stellte „EDV-Geräte“ sicher, heißt es.

Katharina König-Preuss, Landtagsabgeordnete der Linken und Tochter von Lothar König, bestätigt die Durchsuchung. Nach ihren Angaben informierte der Anwalt ihres Vaters die Staatsanwaltschaft über die Existenz des Videos. Allerdings soll er darauf bestanden haben, das Dokument zur Verteidigung seines Mandanten erst im Prozess einführen zu wollen.

Besonders kritisch sieht die Abgeordnete, dass auch kirchliche Diensträume Gegenstand der Polizeiaktion waren. Nach ihren Angaben gebe es keine belastbaren Indizien dafür, dass ihr Vater das Video überhaupt bei sich aufbewahre.

Die Polizei soll Speichermedien wie Festplatten, USB-Sticks und CDs sowie ein i-Pad sichergestellt haben. Alles Dinge, auf denen ein digitales Video gespeichert werden kann.

Lothar König hat bereits vergangenen Dezember die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Damals war sein Führerschein zwischenzeitlich eingezogen worden.

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