Frühlingslieder vierstimmig und aus fünf Jahrhunderten

Arnstadt (Ilmkreis). Der Gospelchor "black feet white voices" sang in der Oberkirche Arnstadt auch für einen guten Zweck.

Rund 400 Gäste besuchten das Konzert des Gospelchors "black feet white voices" in der Oberkirche. Die Erlöse des Auftritts kommen einem Hilfstransport nach Rumänien zugute. Foto: Andreas Heckel

Rund 400 Gäste besuchten das Konzert des Gospelchors "black feet white voices" in der Oberkirche. Die Erlöse des Auftritts kommen einem Hilfstransport nach Rumänien zugute. Foto: Andreas Heckel

Foto: zgt

Die Chor-Musik steht in Thüringen noch immer in voller Blüte. Dies bewies am Sonntagnachmittag im Gewölbe der Ruine Neideck die "Bittstädter Liedertafel". Unter der dynamischen Leitung von Frank Schiller präsentierte der bereits 1860 gegründete Chor Frühlingslieder aus fünf Jahrhunderten. In vierstimmigem Gesang erklangen zum großen Teil unbekanntere Lieder, so dass es für die zahlreich erschienenen Besucher ein spannendes Konzerterlebnis wurde.

Für einen Laienchor und ein so kleines Örtchen wie Bittstädt ungewöhnlich, sang die Liedertafel mit großer Perfektion und Sangesfreude und brachte überwiegend deutsches Liedgut, das bis zu Michael Praetorius und Mozart reichte, zum prachtvollen Erklingen. Besonders bei einem schwungvollen Wanderlied, einem Lieblingslied des Chorleiters, hob dieser beim Dirigieren so energisch vom Boden des Gewölbekellers ab, dass auch das Zusehen eine wahre Wonne wurde.

Ungewöhnliche Leistung eines kleinen Chores

Durch ein großartiges Timing ging es schon ein Viertelstündchen in der Oberkirche weiter mit dem nächsten Chor-Konzert, das der Jenaer Gospelchor "black feet white voices" in der prall gefüllten Oberkirche präsentierte. Das Marienstift und der Oberkirchenverein hatten zu diesem Benefizkonzert für Hilfstransporte nach Rumänien eingeladen und mit der Auswahl dieses Chores aus Jena ein glückliches Händchen bewiesen.

Vorher Markttreiben in der Oberkirche

Dem Auftritt vorausgegangen war ein buntes Markttreiben vor der Oberkirche. Auch hier wurden Spenden gesammelt für den nächsten Hilfstransport, der im Herbst in Richtung Rumänien rollen soll. Der Marienstift und die anderen Beteiligten wollen mit diesem Transport eine Selbsthilfegruppe unterstützen, die Menschen mit Behinderung begleitet und ihnen ein würdiges Leben ermöglicht.

Der Name des Gospelchors, der auf Deutsch "schwarze Füße, weiße Stimmen" bedeutet, erwies sich als ebenso originell wie passend, denn der stimmgewaltige Chor aus Jena sang trotz einer schwarzhäutigen Sängerin die Gospels und Spirituals und auch das Afrikanische eher "weiß" und unterkühlt, also eher wie die "Swingle Singers" oder das "Golden Gate Quartett" als wie Louis Armstrong oder Aretha Franklin. Diese an Duke Ellington erinnernde Noblesse und Raffinesse ermöglichte ein großartiges Gospelkonzert, das sogar ganz ohne das sonst unvermeidliche "When the saints go marching in" auskam.

Allerdings ging es nicht ohne den sich in den letzten Jahren zu einem Hit entwickelndem "Hallelujah" von Leonhard Cohen, das in einer originellen und berührenden Version präsentiert wurde. Trotz aller Coolness und Eleganz gelang es der charmanten und temperamentvollen Leiterin Almut Elsässer leicht, das Publikum zu begeistern und zum Mitmachen zu bewegen, so dass die rechte Gospelstimmung erreicht wurde.

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