Thüringer Metalband „Heaven Shall Burn“ veröffentlicht neues Album mit Tourstart in Jena

Jena  Der Sturm nach der Stille kann gewaltig sein. „Heaven Shall Burn“, Thüringens Metalkombo Nummer eins, haben mit einem Konzert im ausverkauften F-Haus in Jena ihre nächste Tour begonnen - und zugleich ihr brandneues Album „Wanderer“ vorgestellt.

Inspirationen für neue Songs fanden „Heaven Shall Burn“ bei Reisen nach Island und Rügen. Doch dieses Gruppenbild schoss der Bandfotograf mitten in Thüringen. Foto: Christian Thiele

Inspirationen für neue Songs fanden „Heaven Shall Burn“ bei Reisen nach Island und Rügen. Doch dieses Gruppenbild schoss der Bandfotograf mitten in Thüringen. Foto: Christian Thiele

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Heimspiel sozusagen, und ein riesiger, groß gefeierter Erfolg, mit dem sich die kommenden Konzerte in Chemnitz, Essen, Hamburg, Köln und fünf weiteren Städten locker angehen lassen sollten. Dass alle Shows schon ausverkauft sind, unterstreicht den Ruf als brachiale und zugleich grundsympathische Liveband, den „Heaven Shall Burn“ sich in den vergangenen zwanzig Jahren in zahlreichen Ländern, auf riesigen Festivals, in großen Hallen und in kleinen Clubs erspielt haben.

Davon können seit Donnerstagabend auch die Fußballer vom FC Carl Zeiss Jena ein lautes Lied singen. Denn viele von ihnen ließen sich das Konzert der bekennenden Carl-Zeiss-Fans nicht entgehen und waren beeindruckt von der Spielfreude der Musiker - und der Energie des Publikums.

Dabei vermittelt das Plattencover, das bereits seit einer Weile die Vorfreude aufs neue Werk steigert, eine fast schon verdächtige Ruhe und Ausgeglichenheit. Das Foto von Christian Thiele zeigt den Berg Kirkjufell in Island. „So ein Berg ist natürlich ein Statement“, sagt Gitarrist Maik Weichert. „Er ist unverrückbar und standfest.“ Zugleich verweise er auf den Rückzugsraum Natur, der so wichtig sei, um Kraft zu sammeln.

Neue Songs donnern wie Naturgewalt über den Hörer hinweg

Gerade in diesen Zeiten, in denen an jeder Ecke vermeintliche Meinungen garstig aufeinanderprallen, Zeiten, in denen man Rechtspopulisten „auf dem Erfurter Domplatz krakeelen hört“, müsse man sich manchmal zurückziehen, um Gedanken zu ordnen und zu innerer Ruhe zu gelangen. „Und dann kann man mit neuer Kraft zurückkommen und etwas angehen.“ Dies ist den Thüringern mit „Wanderer“ gelungen.

Wie eine Naturgewalt donnern die neuen Songs über den Hörer hinweg, Doch statt Zerstörung hinterlassen sie Hoffnung, Mut und Energie.

Ein unpolitisches Album ist es dennoch nicht geworden. Ein Song behandelt die Schlacht in der Cable Street im Londoner Eastend 1936, als Bewohner ganz unterschiedlicher Herkunft einen Protestmarsch von etwa 3000 Anhängern einer faschistischen Partei verhinderten. Ein anderer Titel verweist auf Sadako Sasaki, eine der Überlebenden des Atombombenabwurfs auf Hiroshima. Wer Denkanstöße sucht, wird also fündig.

Und wer einfach nur modernen, aggressiven Metal made in Mitteldeutschland genießen möchte, kommt ebenfalls voll auf seine Kosten.

Ist die Band aufgeregt, wie das neue Album ankommt? „Ach“, sagt Maik Weichert. „Das ist eher wie bei einer Marsmission. Gestartet ist die Rakete schon vor langer Zeit und ändern lässt sich jetzt eh nichts mehr. Mal gucken, wie sie landet.“ Das könnte Sie auch interessieren:

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