Von The Jeremy Days bis Father John Misty: Kraftvolles Comeback und orchestrale Opulenz

Christian Werner
Die Band Ceramic Animal: Chris Regan (Gesang, Gitarre), Erik Regan (Schlagzeug) und Elliott Regan (Gesang, Tasten), Anthony Marchione (Gitarre) und Dallas Hosey (Gesang, Bass).

Die Band Ceramic Animal: Chris Regan (Gesang, Gitarre), Erik Regan (Schlagzeug) und Elliott Regan (Gesang, Tasten), Anthony Marchione (Gitarre) und Dallas Hosey (Gesang, Bass).

Foto: Ford Fairchild

Erfurt.  Wir haben in die neuen Alben von The Jeremy Days, Ceramic Animal und Father John Misty reingehört.

Dass Abba nach so vielen Jahren noch mal ein Album machen würde, schien bis vor kurzem nicht vorstellbar.

Und nun die Jeremy Days (Trademark-Song: „Brand new Toy“): 27 Jahre nach dem letzten Werk der Hamburger Band und ihrer Trennung erscheint „Beauty in Broken“, was zeitlich fast in die Kategorie Alterswerk fällt, aber dann doch ein frisch klingendes Comeback ist mit Songs zwischen luftigem Gitarren-Pop und Balladen mit großer Geste.

Label-Chef Dan Auerbach (Black Keys) hat das Album „Sweet unknown“ von Ceramic Animal, der fünfköpfigen Band um die drei Brüder Chris, Erik und Elliott Regan, produziert. Und mit weiteren Songschreibern wie Desmond Child an allen Stücken mitkomponiert. Die Songs können sich nicht recht entscheiden: Es gibt meist elektrifizierte, melancholische Americana, ab und an Gitarren-Rock, „I love a stranger“ beginnt wie ein MGMT-Lied. Doch die Melodien sind unwiderstehlich. Langeweile? Garantiert nicht.

Orchestrale Opulenz dominiert „Chloë and the next 20th Century“, das fünfte Album von Father John Misty, allerdings in entspannter Grundstimmung. Ähnlich wie Lana del Rey beschwört der selbst ernannte musikalische Wanderprediger mit dem Schelm im Nacken wieder soundtechnisch das in Sepia getönte Amerika vergangener Tage. Die Ironie lässt er dieses Mal zumindest musikalisch fast weg und so gelingt ihm ein großes Album. Hat man einen Mann schon mal herzzerreißender „Kiss me“ intonieren gehört?