Corona-Krise sorgt für mehr Hausmüll in Thüringen

Eisenach.  Eine Studie sieht auch einen deutlichen Zuwachs beim Sperrmüll. Hohe Gebühren werden in Thüringen fällig.

Viele Menschen nutzen die Zeit während der Corona-Krise offenbar zum Entrümpeln.

Viele Menschen nutzen die Zeit während der Corona-Krise offenbar zum Entrümpeln.

Foto: Bernd Weissbrod / dpa

In den Thüringer Haushalten fällt in diesem Jahr deutlich mehr Müll an. Gegenüber dem normalen Aufkommen wird die Menge des Hausmülls im Jahr 2020 voraussichtlich um zehn bis 15 Prozent höher ausfallen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Dualen Hochschule Gera-Eisenach. „Da die Menschen gezwungen sind, mehr Zeit zu Hause zu verbringen, steigt auch der Konsum in den eigenen vier Wänden", erläutert Gerhard Reiter, einer der Autoren der Studie.

Noch kräftigerer Anstieg beim Sperrmüll erwartet

Einen noch weit kräftigeren Anstieg erwarten die Wissenschaftler beim Aufkommen an Sperrmüll aus den Thüringer Haushalten. „Die Bürger haben die Zeit der Ausgangsbeschränkungen genutzt, um ihre Keller und Wohnungen zu entrümpeln“, sagt Reiter. Daher fielen rund 40 Prozent mehr Sperrmüll an als in den Vorjahren.

Damit fällt das laufende Jahr anders aus, als der langjährige Trend im Freistaat. Denn laut der Untersuchung der Abfallstatistik durch die Duale Hochschule Gera-Eisenach hat sich die Hausmüllmenge im Freistaat zwischen 2008 und 2018 spürbar verringert.

Umweltbewusstsein in Thüringen gestiegen

Demnach fielen im Jahr 2018 pro Person genau 9,4 Kilogramm weniger Hausmüll an als noch zehn Jahre zuvor. Das entspricht einem Rückgang um mehr als sechs Prozent. Eine Ursache dafür sieht Reiter im gestiegenen Umweltbewusstsein der Thüringer.

Den größten Rückgang in der Menge des Hausmülls verzeichnete der Landkreis Hildburghausen mit einem Minus von 33,3 Prozent. Aber auch die Städte Erfurt (-17,3 %), Weimar (-16,3 %) und Jena (-15,1 %) haben eine kräftige Verringerung erlebt.

Leichter Anstieg bei Glas, Papier und Verpackungen

Leicht angestiegen sind getrennt erfassten Wertstoffe wie Glas, Papier und Verpackungen. Lag deren Menge im Jahr 2008 noch bei 128,4 Kilogramm pro Person waren es zehn Jahre darauf bereits 134,3 Kilogramm.

Neben dem Umweltgedanken führt aus Sicht von Reiter auch die hohe Müllgebühr in Thüringen zu sinkendem Aufkommen. „Wer in Thüringen beim Hausmüll spart, gewinnt gleich doppelt: Man schont die Umwelt und den eigenen Geldbeutel“, so Reiter.