Handgenähte Beutel mit Waschbär aus Weimar

Sandra Daneyko
| Lesedauer: 3 Minuten
Seit dem Jahr 2014 gibt es die handgenähten Beutel mit Waschbär als Logo aus Weimar. Foto: VSky Studio

Seit dem Jahr 2014 gibt es die handgenähten Beutel mit Waschbär als Logo aus Weimar. Foto: VSky Studio

Foto: zgt

Weimar. Ein Architektur-Student der Turnbeutel näht und mit einem selbst entworfenen Motiv bedruckt? Für Vadim von „besondere Freu.de“, ist das kein Widerspruch. Im Gegenteil. In unserer Serie „Kreative Produkte aus Thüringen“ stellen wir heute Vadim Sky (27) aus Weimar vor.

„Als Architekt muss man auch Grafiker sein“, ist der 27-Jährige überzeugt. In seinem 25 Quadratmeter-Zimmer in einer Weimarer WG näht er nicht nur die Turnbeutel, sondern verleiht den Stoffbeuteln mit einer per Siebdruck aufgebrachten Waschbär-Grafik die besondere Note. Etwa 20 Beutel im Monat schafft er neben seinem Masterstudium.

Waschbär reiste von Venedig an

Angefangen hat alles 2014. Vadim gründete, damals noch gemeinsam mit einer Kommilitonin, das Label „besondere Freu.de“ und begann Stoffbeutel zu nähen. Die Idee, einen Waschbären aus Polylinien zu zeichnen, kam dem Studenten bei einem Auslandssemester in Venedig. „Ich fand die Stadt so inspirierend und habe mit Siebdruck experimentiert“, erinnert sich Vadim. Das Ergebnis zeigte Vadim seinen Freunden. „Die waren begeistert.“ Zum Weihnachtsmarkt der Bauhaus-Universität wurden die Beutel erstmals dem kritischen Publikum präsentiert.

Verschiedene Farbkombinationen möglich

Die Beutel mit dem besonderen Waschbären gibt es in verschiedenen Farben. Den Stoff, ein Baumwollgemisch bietet Vadim z.B. in Natur, Schwarz oder Blau an. Der untere Teil des Beutels ist mit Kunstleder veredelt, dass es auch in mehreren Farben gibt, u.a. Grün, Rot, Orange oder Bronze. „Dadurch sind die verschiedensten Farbkombinationen möglich“, so Vadim.

Den Stoff bezieht er aus einem Weimarer Laden, das Kunstleder aus Spanien. „Es ist extrem weich und ich bekomme tolle Farben, leider habe ich so eine gute Qualität in Deutschland nicht gefunden“, bedauert der Student.

Neben dem großen Fach, das mit einer Kordel zu verschließen ist, gibt es außen auch eine kleine Tasche mit Reißverschluss.

WG-Zimmer als kreativer Ort

Nähen lernte Vadim, der in Russland geboren wurde, von seiner Mutter. „Ich habe mir aber auch viel selbst beigebracht“, erzählt der angehende Architekt. Neben dem Siebdruck beschäftigt er sich auch mit Betongießen. In seinem WG-Zimmer entstehen deshalb nicht nur die besonderen Stoffbeutel, sondern auch Tischleuchten aus Beton.

Der Turnbeutel „Rian“ kostet 50 Euro und ist momentan im „Bauhaus.Atelier“, einer zentralen Anlaufstelle für Gäste der Bauhaus-Universität Weimar oder über Facebook bei „besondere Freu.de“ zu beziehen. In Zukunft soll es die Beutel auch in einem Erfurter Geschäft geben: „Ich bin gerade in Gesprächen mit „Boxes“ in Erfurt, um mich dort einzumieten“.

Zweites Motiv in Planung

Ein weiteres Modell des Turnbeutels sei gerade in Planung, verrät Vadim noch am Ende des Gesprächs. Statt dem Waschbären soll beim zweiten Motiv der Name des Labels „besondere Freu.de“ im Vordergrund stehen. Allerdings soll der Schriftzug so verfremdet sein, dass er nicht mehr lesbar sein wird. Da ist er wieder der Grafiker im Architekten.

Mehr Informationen über Vadim und sein Label gibt es unter: www.besonderefreu.de