Carsharing und E-Bikes könnten auch im Südharz bald Realität werden

Nordhausen. Petra Diemer und Martin Juckeland arbeiten im Rathaus beim Amt für Zukunftsfragen. Sie sind quasi die hiesigen Eltern eines Wettbewerbes, an dem die Rolandstadt teilnimmt, von dem sie sich Impulse erhofft (wir berichteten).

Petra Diemer und Martin Juckeland in einer Ausstellung zur "Zukunftsstadt", die heute um 18.30 Uhr im Bürgerhaus eröffnet wird. Im Anschluss werden ab 19.30 Uhr erste Ideen für den Wettbewerb gesammelt. Foto: Thomas Müller

Petra Diemer und Martin Juckeland in einer Ausstellung zur "Zukunftsstadt", die heute um 18.30 Uhr im Bürgerhaus eröffnet wird. Im Anschluss werden ab 19.30 Uhr erste Ideen für den Wettbewerb gesammelt. Foto: Thomas Müller

Foto: zgt

Am Dienstagabend (27. Oktober 2015) sind alle Nordhäuser zu einer Auftaktveranstaltung ins Bürgerhaus eingeladen. Wir sprachen zuvor mit den beiden:

Wozu brauchen wir den Wettbewerb "Zukunftsstadt"?

Juckeland: Er ist eine logische Weiterentwicklung, auch in der Beteiligung der Bürger. Wir haben ein Stadtentwicklungskonzept erarbeitet, ein Klimakonzept und sind bei der Internationalen Bauausstellung dabei.

Diemer: Der Wettbewerb setzt sehr auf das Thema Energiewende - ein nationales Thema, dem sich auch Nordhausen annehmen muss. Wir reden dabei nicht nur von Energieerzeugung, sondern auch der Verteilung der Energie und von Mobilitätskonzepten. Wir reden von Einsparung, Effizienz und der Frage, wie wir unser Verhalten ändern können, um das Klima zu schützen und zeitgleich komfortabel leben zu können.

Warum Nordhausen?

Juckeland: Weil Nordhausen gute Potenziale hat: die Hochschule, die Straßenbahn als klimafreundliches Verkehrsmittel, die Biomethananlage. Nordhausen ist wirklich als Musterstadt interessant.

Diemer: Hinzu kommen jetzt Quartierskonzepte. Wir müssen uns vermehrt fragen, wie man energetisch saniert, ohne dabei die Mieten hochzutreiben. Bei Neubauten steht die Frage nach Baustoffen, die selbst Energie erzeugen können.

Und was kann der Bürger dabei tun?

Diemer: In vielen Gemeinden sind Bürger schon heute aktiv, in Form von Bürgersolaranlagen oder Energiegenossenschaften beispielsweise. Da gibt es schon tolle Projekte in Harztor und Werther. Deren Erfahrungen werden wir ebenso brauchen. Nicht umsonst setzt der Wettbewerb "Zukunftsstadt" auf die Beziehung Stadt - Land.

Juckeland: Auch der Nahverkehr betrifft den gesamten Landkreis. Hier müssen wir die Frage klären, wie er künftig funktioniert. Müssen Busse hin- und herfahren oder vielleicht andere Verkehrsmittel.

Diemer: In großen Städten gibt es schon das Carsharing...

wobei sich Leute ein Auto zur Nutzung teilen...

Genau. Gemeinsam mit den Bürgern wollen wir überlegen, ob das auch für uns in Frage kommt. Das gleiche gilt für den Einsatz von Elektro-Bikes. Vielleicht finden sich junge Leute, die hier den Anfang machen.

Juckeland: Es muss aber bürgernah sein, der Einsatz dieser Technik vielleicht schon bei Neubauten mitbedacht werden.

Haben Sie außer die Bürger weitere Partner im Blick?

Heute Abend beginnen wir, Ideen zu sammeln. Später kommen wir in eine Umsetzungsphase. Dabei werden die kommunalen Unternehmen, wie EVN, Verkehrsbetriebe oder SWG, aber auch die Privatwirtschaft eine große Rolle spielen.

Am heutigen Dienstagabend sind alle Bürger um 19.30 Uhr ins Bürgerhaus zum Auftakt eingeladen. Es folgen in den nächsten Monaten drei Work-shops zu speziellen Themen.