Erfurt: Neuer Super-Blitzer steht in der Heinrichstraße

Erfurt.  In Erfurt wird gerade ein weiterer Super-Blitzer aufgebaut. Umstritten ist seine Notwendigkeit.

In Erfurt wird gerade in der Heinrichstraße ein neuer Super-Blitzer aufgebaut.

In Erfurt wird gerade in der Heinrichstraße ein neuer Super-Blitzer aufgebaut.

Foto: Marco Schmidt

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Der Doppelblitzer ist zurück. Nachdem er an der Kreuzung Leipziger Straße/ Stauffenbergallee von einem Auto umgefahren worden war und herauskam, dass seine Messungen eh nicht verwertet werden dürfen, war es still geworden um das Super-Messgerät.

„In der Heinrichstraße wird ein stationäres Messsystem errichtet, welches sowohl Geschwindigkeits- wie auch Rot-Verstöße erfasst“, sagt Patrick Martin von der Landespolizeidirektion Erfurt auf unsere Nachfrage.

Umgangssprachlich als „Doppelblitzer“ bezeichnet, sind die kombinierten „Lichtzeichenüberwachungsanlagen“ in der Lage, Rotlicht- und Geschwindigkeitsverstöße aus unterschiedlichen Richtungen zu erfassen.

Beschwerden von Fußgängern

Stehen wird der Super-Blitzer auf Höhe der Heinrichstraße Nummer 89 – genauer an der ersten Ampel, wenn man über die Hannoversche Straße beziehungsweise von der A71 sowie der B4 nach Erfurt fährt.

Doch warum ausgerechnet dieser Standort? „In der Vergangenheit sind immer wieder Beschwerden von Fußgängern an die Stadt herangetragen worden, dass es an dieser Stelle regelmäßig zu Rotlichtverstößen und Geschwindigkeitsübertretungen kommt“, sagt Heike Dobenecker von der Stadtverwaltung. Dies sei bereits mehrfach Thema in der städtischen Unfallkommission gewesen. Sogar eine Landtagspetition gab es dazu. „Wir haben daher als Stadt die Errichtung der Verkehrsüberwachungsanlage massiv befürwortet und unterstützt“, betonte Heike Dobenecker.

Auf dem breiten Fahrbahnquerschnitt (zwei Fahrstreifen auf der einen und vier Fahrstreifen auf der anderen Seite) gibt es nach Aussage der Experten eine sehr hohe Verkehrsbelastung. Beidseitig befinden sich soziale Einrichtungen (Kindergarten, Lebenshilfe) und Wohnhäuser, so dass die Fußgängerampel auch häufig von besonders schutzbedürftigen Personen benutzt wird.

Stark frequentierte Bedarfsampel

Patrick Martin erklärt es noch detaillierter: „Im Rahmen der Verkehrssicherheit befasst sich die Thüringer Polizei mit erforderlichen und möglichen Maßnahmen an Unfallgefahrenpunkten, insbesondere an Kreuzungen, Ampeln und Fußgängerüberwegen. Mit dem erklärten Ziel, die Hauptursachen von Unfällen im städtischen Raum wirksam zu bekämpfen, wurde im Ergebnis neben den Standorten Rudolstadt und Wasungen auch der Standort in Erfurt ausgewählt, da es sich auch hier um eine Kreuzung von besonderer Bedeutung für alle Verkehrsteilnehmer handelt.“

Die täglich sehr hohen Durchlaufzahlen in diesem Bereich führen vereinzelt zu Verkehrsunfällen und Gefahrensituationen, durch diese in der Vergangenheit mehrere Menschen verletzt oder besonders gefährdet waren und sind, sagt Martin . Die zu überwachende „Bedarfsampel“ werde auch aufgrund des angrenzenden Kindergartens sehr stark von Kindern und Eltern benutzt. Außerdem gibt es in unmittelbarer Nähe zur Ampel Gebäude und Einrichtungen, in welchen sich unterhalb der Woche besonders schutzwürdige Personen (ältere Menschen und welche mit Handicap) regelmäßig und häufig bewegen.

Bis zum 13. Dezember wird die Anlage errichtet sein. Wann sie dann schließlich in Betrieb gehen wird, ist allerdings noch nicht geklärt. „Im nächsten Jahr“, meint Patrick Martin und fügt an: „Zunächst müssen Testmessungen erfolgen, nicht nur aus technischer Sicht, sondern auch im Hinblick auf den Datenschutz und die Datenübertragung.“

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