Forderung von Thüringer Fahrlehrern: Automatik-Führerschein aufwerten

Erfurt  Die Thüringer Fahrlehrer empfinden die Pläne von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), den Automatik-Führerschein aufzuwerten, als zeitgemäß und längst überfällig.

Aktuell muss man noch eine zusätzliche praktische Führerscheinprüfung machen, wenn man das Autofahren mit Automatikgetriebe gelernt hat.

Aktuell muss man noch eine zusätzliche praktische Führerscheinprüfung machen, wenn man das Autofahren mit Automatikgetriebe gelernt hat.

Foto: Swen Pförtner

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Wer bisher seine Führerscheinprüfung mit einem Automatik-Auto macht, darf keinen Wagen mit Schaltgetriebe fahren. Dafür muss eine zusätzliche praktische Prüfung absolviert werden. Künftig soll nach dem Willen von Scheuer aber ein zusätzliches Fahrtraining ausreichen, um mit einem Automatik-Führerschein auch Schalt-Autos fahren zu dürfen.

Der Minister will mit der Neuregelung den Automatik-Führerschein attraktiver machen - auch damit mehr Elektro-Autos in Fahrschulen genutzt werden. E-Autos haben ein Automatikgetriebe. Der TÜV-Verband lehnt diese Pläne jedoch mit Verweis auf die Verkehrssicherheit ab. In Deutschland nehmen die TÜV-Organisationen und die Dekra die theoretischen und praktischen Fahrerlaubnisprüfungen ab.

Derzeit würden in den Thüringer Fahrschulen - außer in Gotha und Jena - so gut wie keine E-Autos genutzt, sagte Bittner. Die Masse der rund 600 bis 700 aktiven Fahrlehrer im Land warte darauf, dass sich etwas ändere. „Um alternative Antriebsarten zu etablieren, müssen wir uns so langsam vom Schaltgetriebe verabschieden.“

Zu den Sicherheitsbedenken sagte der Verbandschef: „Der Fahrlehrer kann sehr wohl beurteilen, ob jemand schalten kann oder nicht, dafür bedarf es nicht noch einer weiteren Prüfung.“ Zudem würden die Anforderungen an die Fahrer etwa durch die zunehmende Verkehrsdichte und zusätzliche Technik in den Fahrzeugen immer größer. Gerade für Fahranfänger sei es daher von Vorteil, wenn sie sich nicht parallel zum Verkehr auch noch auf das Schalten konzentrieren müssten.

Außerdem kommen laut Bittner die Assistenzsysteme in Automatik-Autos effizienter zu tragen, weil nicht durch manuelle Schaltung eingegriffen werde. „Die Fahrschulausbildung muss zukunftsorientiert sein, daher müssen wir in der Ausbildung auch moderne Fahrzeuge nutzen.“

Mit der geplanten Änderung könnte das Fahrtraining künftig vermehrt mit Automatik-Modellen erfolgen. Bisher entscheiden sich die meisten Fahrschüler in Thüringen nach Verbandsangaben gegen eine reine Automatik-Ausbildung.

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