Nordhausen fährt jetzt 100 Prozent Niederflur

Anfang und Ende einer Ära: Ab kommenden Montag fahren auf dem gesamten 14,5 Kilometer langen Streckennetz der Nordhäuser Straßenbahn ausschließlich Niederflur-Bahnen, in die man bequem ein- und aussteigen kann. Am Freitag ist die letzte der modernen Combino-Fahrzeuge per Tieflader im Nordhäuser Straßenbahndepot in der Grimmelallee eingetroffen.

Die neue Straßenbahn ist am Freitag in Betrieb genommen worden. Foto: Patrick Grabe

Die neue Straßenbahn ist am Freitag in Betrieb genommen worden. Foto: Patrick Grabe

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Nordhausen. Die gesamte Combino-Flotte umfasst damit jetzt neun Bahnen, hinzu kommen die Combino-Duo, die bis in den Harz nach Ilfeld fahren. Mit den Kollegen der Verkehrsbetriebe der Nordhäuser Stadtwerke hat sie Nordhausens Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) in Empfang genommen. "Wir sind richtig stolz! Denn außer Jena sind wir die einzige Thüringer Stadt, auf der ausschließlich Niederflur-Bahnen im Einsatz sind", sagte Jendricke.

"Mit Blick auf Behinderte, Familien mit Kinderwagen und vor allem auf die älteren Fahrgaste ist die Entscheidung für die Niederflurtechnik auch aus strategischer Sicht wichtig. Denn wir haben - auch aus ökologischer Sicht - ein großes Interesse, dass immer mehr Menschen auf die Straßenbahn umsteigen", so der Bürgermeister.

Damit endet auch die Epoche der Hochboden-Straßenbahnen vom Typ GT 4, die Anfang der 90er Jahre gebraucht aus Stuttgart übernommen wurden. "Von denen waren bis heute noch zwei im Einsatz", sagte Fritz Keilholz, Betriebsleiter Straßenbahn bei den Nordhäuser Stadtwerken. Drei dieser insgesamt vier Bahnen würden jetzt zerlegt, Interesse für Ersatzteile - zum Beispiel die Motoren - gebe es unter anderem aus Ulm, wo diese Bahnen noch im Einsatz seien. "Die 4. Bahn stellen wir wahrscheinlich dem Nordhäuser Eisenbahn-Verein zur Verfügung", so der Betriebsleiter.

Die neuen Combino-Wagen kosten pro Stück 2,5 Millionen Euro. "Der Freistaat Thüringen fördert die Anschaffung", sagte Gabriele Schuchardt, die Geschäftsführerin der Nordhäuser Verkehrsbetriebe in der Stadtwerke Holding. "Darüber hinaus konnte die Anschaffung wirtschaftlicher gehalten werden, weil wir gemeinsam mit unseren Erfurter Kollegen die Bahnen eingekauft haben. Durch die höhere Stückzahl sank der Preise. Und in Kooperation mit den Erfurtern haben wir auch die Grundabnahme der Bahnen vollzogen - das spart noch einmal Zeit und Geld", so die Geschäftsführerin.

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