Planung für B4-Ausbau soll bis Sommer abgeschlossen sein

Jeder Autofahrer, der auf der B4 zwischen Nordhausen und Sondershausen pendelt, muss über die Sundhäuser Berge - und das heißt, in den meisten Fällen hinter einem Laster schleichen. Kurve für Kurve. Überholen ist nahezu ausgeschlossen.

Pkw-Fahrer müssen meist hinter Lastwagen auf der B4 im Bereich der Sundhäuser Berge Richtung Nordhausen fahren. Foto: Roman Ulnyrov

Pkw-Fahrer müssen meist hinter Lastwagen auf der B4 im Bereich der Sundhäuser Berge Richtung Nordhausen fahren. Foto: Roman Ulnyrov

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Sondershausen. Seit Jahren hofft eine ganze Region, dass die Bundesstraße an dieser Stelle ausgebaut wird, auch um schneller nach Erfurt oder zur Autobahn zu kommen. Von einem vierspurigen Ausbau wurde einst geträumt. Dreispurig soll er nun umgesetzt werden. Hinzu kommt ein weiterer Lichtblick: Die Planungen für eine neue B4 über die Sundhäuser Berge kurz hinter der Grenze zum Kyffhäuserkreis sind so gut wie abgeschlossen. Das bestätigte Winfried Ludolph vom Straßenbauamt Nordthüringen auf Nachfrage unsrere Zeitung. Auf der künftigen Bundesstraße soll die Vielzahl an Kurven wegfallen. Die Straßenführung sei deutlich geradliniger und würde östlicher verlaufen in Richtung Nentzelsrode, erläuterte Ludolph.

Die zusätzliche Spur zum Überholen werde bergan führen, damit der Verkehr zügiger in Richtung Sondershausen rollen könne, so Ludolph. Der Geschwindigkeitsverlust durch langsam fahrende Laster sei an dieser Stelle doch erheblich. Bei der Planung berücksichtigt werden mussten nach Angaben des Straßenbauamts zudem naturschutzrechtliche Auflagen durch die zuständigen Thüringer und Bundesministerien. In die Streckenführung eingearbeitet werden nun auch eine Grünbrücke für Wildtiere und Amphibien-Leiteinrichtungen, wie Krötenzäune im Amtsdeutsch heißen. Noch im ersten Halbjahr sollen die Planungsleistungen abgeschlossen sein.

Dann werden die Unterlagen an das Bundesverkehrsministerium weitergereicht, inklusive der Kostenkalkulation. Bislang schätzt Winfried Ludolph die Investitionshöhe auf über 10 Millionen Euro ein. Wann der Baustart erfolgen könne, aber steht damit immer noch nicht fest. Die technische Planung müsse ebenso bestätigt werden wie der Mittelbedarf. Im Anschluss erfolge das Planfeststellungsverfahren, bei dem jeder Betroffene noch einmal gehört werde, so Ludolph. Eine fertige Planung garantiere zwar noch kein grünes Licht für den Ausbau, aber mit einem Entwurfsplan sei man immerhin einen Schritt weiter, so Winfried Ludolph.

Auch für den Sondershäuser Bürgermeister, Joachim Kreyer (CDU), ist es dennoch ein Schritt in die richtige Richtung. Der Ausbau der Sundhäuser Berge sei die Forderung, die die Stadt bereits seit mehr als 20 Jahre stelle. Die Anbindung an die Autobahn 38 sei wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung der Region, so Kreyer. Das Unternehmen Wago habe beispielsweise seine Ansiedlung in Sondershausen von diesem Kriterium abhängig gemacht. In dem Investitionsrahmenplan für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes bis zum Jahr 2015 indes finde sich keine Hinweis auf einen baldigen Baubeginn, hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Steffen-Claudio Lemme bereits kritisiert. Dort laufe das Projekt einzig unter "weitere wichtige Vorhaben" und hänge damit weiter in der Warteschleife.