Unstrutbahn komplett befahrbar

Die guten Nachrichten zuerst: Die Unstrutbahn ist wieder durchgängig befahrbar. In den vergangenen Tagen hat die Pächterin der Strecke, die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE), notwendige Reparaturarbeiten vornehmen lassen. So wurden zum Beispiel auch die Andreaskreuze am Bahnübergang Nausitz-Donndorf repariert, die vor längerer Zeit bei Verkehrsunfällen demoliert worden waren. Bereits im Winter hatte die DRE die Schienen von wucherndem Grün befreien lassen.

Am Bahnübergang zwischen Nausitz und Donndorf reparierten Martin Hahn und Andreas Kunze die umgefahrenen Andreaskreuze. Foto: Wilhelm Slodczyk

Am Bahnübergang zwischen Nausitz und Donndorf reparierten Martin Hahn und Andreas Kunze die umgefahrenen Andreaskreuze. Foto: Wilhelm Slodczyk

Foto: zgt

Donndorf. Nun vermeldet Geschäftsführer Gerhard Curth: Ab heute können Züge wieder von Naumburg bis Artern durchrollen - zum ersten Mal seit Dezember 2006, als Thüringen den öffentlichen Personennahverkehr für die Strecke nicht mehr bestellte. Heute um 0 Uhr wird die DRE den bisher gesperrten Streckenabschnitt von Wangen bis Artern wieder für den öffentlichen Betrieb öffnen. Damit ist endgültig der Weg frei für die Jungfernfahrt des Unstrut-Schrecke-Express, den die Interessengemeinschaft Unstrutbahn aus der Taufe gehoben hat. Mit ihrer Idee, Gäste aus Erfurt per Bahn ins schöne Unstruttal zu locken, hatten die ehrenamtlichen Mitstreiter der IG offenbar den richtigen Riecher.

Denn die Fahrt zum Kloster Donndorf mit Klostersuppe, Führung durch die Hohe Schrecke, Kaffee und Kuchen ist ausgebucht. 60 Leute fahren mit - mehr passten beim besten Willen nicht in den Triebwagen, den die Erfurter Bahn GmbH bereitstellt. Vor allem aus Erfurt, aber auch aus Sömmerda kommen die Bahnfahrer, die sich heute an der erblühenden Landschaft erfreuen, Kloster Donndorf und die Hohe Schrecke kennenlernen wollen. Doch die Freude über den großen Zuspruch wurde getrübt von einer Mitteilung des Landesbevollmächtigten für Bahnaufsicht in Thüringen: Der Sonderzug darf heute nicht in Donndorf halten, sondern muss bis Roßleben weiterfahren.

Der Grund: Der Bahnhof Donndorf sei für das Ein- und Aussteigen nicht sicher genug. "Da wurden drei kleine Mängel festgestellt, die wir innerhalb von drei Stunden hätten beheben können", sagt Klaus Pollmächer von der IG Unstrutbahn. Konkret gehe es darum, dass die weißen "Donndorf"-Schilder klappern, wenn man am Mast rüttelt, dass der Weg zum Bahnsteig über ein Gleis mit einer wackelnden Schwelle führt und dass an beiden Enden des Bahnsteigs Piktogramme mit einem Stopp-Männchen angebracht werden müssten. Leider sei man bei der Bahn AG nicht bereit gewesen, eine kurzfristige Reparatur zu akzeptieren, sagt Pollmächer.

Haltepunkte, so habe die Bahn wissen lassen, müssten immer zum 15. September beantragt werden - und zwar für das folgende Jahr. Das heißt, die Haltegenehmigung für Donndorf kann man jetzt frühestens für 2013 beantragen. Auch den Behelfs-Ausstieg mit Holztreppe, den die IG seinerzeit für den Halt in Wangen baute und mehrfach im Einsatz hatte, darf sie heute in Donndorf nicht verwenden. "In Sachsen-Anhalt wurde es damals genehmigt, in Thüringen nicht", so Pollmächer enttäuscht. Das sei reiner Bürokratismus. Und so müssen sich die Bahn-Enthusiasten von der IG heute etwas anderes einfallen lassen, wie sie ihre Fahrgäste von Roßleben nach Donndorf und wieder retour bekommen.

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