Vorsicht: Hier wird in Thüringen geblitzt

Erfurt  Die Dichte der Geschwindigkeitsmessstellen ist in Thüringen fast flächendeckend. Im Bereich von Tempolimits gibt es häufig auch Radarfallen.

Ein Blitzer in der Nähe von Nordhausen.

Ein Blitzer in der Nähe von Nordhausen.

Foto: Marco Kneise

Zahlreiche Kommunen achten darauf, dass Autofahrer Tempolimits auf ihren Straßen einhalten. Moderne Messsäulen sind in einigen Regionen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Andere Städte setzen beim Überwachen auf mobile Radaranlagen.

Die Thüringer Allgemeine hat die Standorte der Anlagen in den Kommunen für eine Karte recherchiert und zusammengetragen.

Erfurt und Weimar haben derzeit die meisten Messstellen unter den Kommunen. Dicht gefolgt von Gotha und Jena. Suhl, Eisenach, Gera, Meiningen und Mühlhausen sind etwas bescheidener. Diese Städte haben zwischen drei und einem Blitzer fest installiert. Greiz und Saalfeld setzen auf die Wirkung mobiler Messgeräte. Das machen auch Nordhausen und Sondershausen. Allerdings nutzen beide Städte gemeinsam einen Blitzer, wobei Sondershausen diesen nur an wenigen Tagen im Monat einsetzt. Während einige Städte ihre Blitzer-Einnahmen auflisteten, verrieten andere lediglich, wie viele Fahrer geblitzt wurden.

Erfurt: fest installierte Blitzer

  • Talstraße
  • Binderslebener Landstraße
  • Ortslage Schmira
  • Bunsenstraße
  • Sulzer Siedlung
  • Juri-Gagarin-Ring
  • Eugen-Richter Straße

Erfurt gibt an, im Vorjahr rund 2,5 Millionen Euro aus der Geschwindigkeitsüberwachung eingenommen zu haben. Vor zwei Jahren waren es etwa 2,3 Millionen Euro. Neben den fest installierten Messsäulen betreibt die Stadt auch noch einen mobilen Blitzer.

Weimar: fest installierte Blitzer

  • B 85 Weimar-Schöndorf
  • Martin-Luther-Straße
  • Umgehungsstraße, Abzweig Tröbsdorf
  • Lindenberg stadteinwärts
  • Gelmeroda stadteinwärts
  • Taubach Richtung Mellingen
  • Tiefurt
  • Niedergrunstedt

Die Stadt Weimar konnte vor zwei Jahren 901.000 Euro von Temposündern einnehmen. Im Jahr 2016 waren es etwas mehr als eine Million Euro. Außer den fest installierten Messstellen kann Weimar noch drei mobile Blitzer einsetzen. Gotha: fest installierte Blitzer

  • Weimarer Straße
  • Ohrdrufer Straße
  • Eisenacher Straße
  • Salzgitter Straße
  • Goldbacher Straße
  • Langensalzaer Straße

Raser zahlten im Vorjahr rund 673.000 Euro an Gotha. Vor zwei Jahren waren es 534.000 Euro. Gotha betreibt zudem noch zwei mobile Blitzer.

Jena: fest installierte Blitzer

  • Stadtrodaer Straße
  • Camburger Straße
  • Rudolstädter Straße
  • Eisenberger Straße

Die Stadt Jena hat im Dezember angekündigt, sich einen sogenannten Panzer-Blitzer anschaffen zu wollen. Das extrem robuste und mobile Messgerät soll rund 800.000 Euro kosten. Sein Vorteil ist, dass es fast überall am Straßenrand stehen kann.

Eisenach: fest installierte Blitzer

  • B 19 Mariental
  • B 84 Ortsteil Stockhausen

Die Stadt Eisenach betreibt neben den fest installierten Messstellen auch noch einen mobilen Blitzer um Temposünder zu erwischen.

Gera: fest installierte Blitzer

  • Gera-Langenberg
  • Ortslage Gera-Weißig

Gera nahm im Vorjahr rund 260.000 Euro von Rasern ein, die in die fest installierten Radarfallen gerauscht waren. Weitere 300.000 Euro kassierte die Stadt von Autofahrern, die von den beiden mobilen Messgeräten geblitzt wurden.

Mühlhausen: zwei Messsäulen

  • Bad Langensalzaer Straße

Die Stadt hatte im Vorjahr mit einem Defekt ihrer fest installierten Blitzgeräte zu kämpfen. Auf 4446 Fotos waren die Temposünder nicht zu erkennen. Ganze 9204 zu schnelle Autofahrer mussten zahlen. Weitere 5200 Temposünder wurden von einer mobilen Messanlage erfasst. 2016, zum Start der Tempoüberwachung erwischte es 30.835 Autofahrer.

Meiningen: feststehende Blitzer

  • Landsberger Straße
  • Dolmarstraße

Die Messstelle an der Dolmarstraße in Meiningen wird wechselseitig betrieben. im Vorjahr wurden an den Messstellen in der Stadt rund 33.000 zu schnelle Autofahrer erwischt. Suhl: fest installierte Blitzer

  • Gothaer Straße
  • Meininger Straße
  • Schleusinger Straße

Die Anzahl der Blitzer innerhalb der Kommunen wird in den nächsten Jahren sicherlich weiter leicht zunehmen. Bis auf wenige Ausnahmen werden vor allem mobile Messstellen zum Einsatz kommen. Damit können die Städte flexibler auf mögliche Gefahrenbereiche und potenzielle Unfallschwerpunkte reagieren.

Da auch ortskundige Autofahrer nicht alle Standorte dieser Messstellen immer vor Augen haben werden, können die Kommunen auch auf zuverlässigere Einnahmen rechnen. Denn die hohen Anschaffungskosten und auch die nicht zu unterschätzenden laufenden Betriebskosten wollen die Städte zumeist wieder einnahmen.

Ein Pilotprojekt in Niedersachsen zwischen Hannover-Laatzen und Sarstedt zeigt, dass technisch bei der Tempoüberwachung noch vieles möglich ist. Auf einer Teststrecke wird über mehrere Kilometer die Zeit gestoppt, die das Auto benötigt. Kurz abbremsen hilft hier dem Autofahrer nicht.

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