Genehmigung für vier neue Villen hinter dem „Fürstenhof“ in Eisenach

Eisenach  Die Stadt Eisenach hat die Baugenehmigung für vier Villen im hinteren Teil des Grundstücks des „Fürstenhofes“ erteilt.

Die markante Silhouette des „Fürstenhof“-Ensembles soll laut Stadt erhalten bleiben. Die Bornemannsche Villa (ganz links) ist nach Ansicht des Eigentümers aber so baufällig, dass sie abgerissen werden muss. Rechts das Haus mit dem Schriftzug „Fürstenhof“ könnte wohl noch saniert werden.

Die markante Silhouette des „Fürstenhof“-Ensembles soll laut Stadt erhalten bleiben. Die Bornemannsche Villa (ganz links) ist nach Ansicht des Eigentümers aber so baufällig, dass sie abgerissen werden muss. Rechts das Haus mit dem Schriftzug „Fürstenhof“ könnte wohl noch saniert werden.

Foto: Peter Rossbach

Die Stadt hat die Baugenehmigung für vier Villen im hinteren Teil des Grundstücks des „Fürstenhofes“ erteilt. Darüber informierte Bürgermeister Uwe Möller (parteilos) im jüngsten Ausschuss für Stadtentwicklung auf Nachfrage von Uwe Semmler (Linke). Semmler bestand mit Bezug auf die öffentliche Ankündigung der Tagesordnung auf Auskunft zum früheren „Hotel Stadt Eisenach“ in der Luisenstraße.

Möllers Zurückhaltung hatte damit zu tun, dass es „in der Sache“ keine Neuigkeiten gibt. Der Eigentümer der Immobilie und die Stadtverwaltung haben nach wie vor unterschiedliche Auffassungen zum Erhalt der historischen Gebäudesubstanz in der ersten Reihe des ehemaligen Hotel-Ensembles. Besitzer Thomas Cannon und der von ihm beauftragte Architekt, Peter Sauerbier, sind der Meinung, dass die Bornemannsche Villa nicht mehr zu erhalten ist. Die Schäden durch Feuchtigkeit sind hoch, Teile sind bereits eingestürzt. Pläne, die Villa nach historischem Vorbild wiederaufzubauen, hätten sich aus Kostengründen zerschlagen.

Eigentümer und Architekt planen stattdessen den Neubau einer weiteren Villa analog der Architektur der vier anderen, für die es jetzt eine Baugenehmigung gibt. Das Gebäude mit dem Schriftzug „Fürstenhof“ ist zwar auch stark geschädigt, wird aber von Peter Sauerbier als noch sanierbar eingeschätzt. Der Baukörper, so die Idee, soll so gestaltet werden, dass er allein stehen bleiben und genutzt werden kann. Anbauten würden abgrissen, so dass in Richtung des Neubaus anstelle der Bornemannschen Villa ein Abstand von etwa 15 Metern entstehen würde.

Ob die Stadt mitgehen kann? Das bleibt abzuwarten, sollte die Bauvoranfrage demnächst gestellt werden.

Cannon selber will das Haus mit dem Schriftzug „Fürstenhof“ nicht sanieren. Das könne jemand machen, der das nötige Geld habe. Er sieht Teile der Stadtverwaltung als „Verhinderer“. Trotz einer positiv beschiedenen Bauvoranfrage habe es 13 Monate gedauert, bis er die Baugenehmigung für die vier Villen erhalten hat. Aufgrund unterschiedlicher Meinungen in den Ämtern der Stadtverwaltung hätte sich am Ende das Landesverwaltungsamt einschalten müssen. Im Moment stehen nach Angaben der Stadt 209 000 Euro Sicherungsmittel zur Verfügung. Für Thomas Cannon ist das zu wenig angesichts eines Schädigungsgrads von mehr als 70 Prozent und einer aus seiner Sicht nachgewiesenen Unwirtschaftlichkeit der Sanierung im Vergleich zu einem Neubau.

Er verweist darauf, dass viel mehr Unterstützung in Aussicht gestellt worden ist. Im Januar 2016 berichtete unsere Zeitung mit Bezug auf das Bauamt, dass die Stadt beim Land erreicht habe, „Fördermittel in Millionenhöhe zur Sicherung einzelner Gebäudeteile“ zugesagt zu bekommen. Tatsächlich, so lautete die Information gestern, waren 2016 Gelder in Höhe von 850 000 Euro beantragt worden. Aber es würden regelmäßig mehr Anträge für das Programm gestellt, als Geld bereitsteht. Außerdem hätten „aussagekräftige Unterlagen“ des Eigentümers gefehlt. Weiter heißt es aus dem Rathaus: Dem Eigentümer sei mehrfach mitgeteilt worden, dass ausschließlich auf Grundlage einer Sicherungsplanung, die er zu erstellen hat, weitere Gelder bei der Städtebauförderung beantragt werden können.

Den Sicherungsvertrag wiederum unterschreibt Thomas Cannon nicht, weil er aus seiner Sicht „unredlich“ ist.

Die stadtbildprägende Silhouette des „Fürstenhofes“ muss erhalten werden. Das bekräftige Bürgermeister Möller im Ausschuss. Wiederum vom alten Casino an der Waisenstraße nicht mehr die Rede ist. Aber das kann nach Ansicht von Architekt Sauerbier erhalten werden, vorausgesetzt, es würden weitere Sicherungsmittel bereitgestellt.