Gewalt unter Asylbewerbern in Apolda: Im Schnitt täglich ein Polizeieinsatz

Apolda  In Gemeinschaftsunterkünften in Apolda kam es allein in der Zeit vom 8. Februar bis 8. Mai zu 93 Polizeieinsätzen. Landkreis hatte appelliert, auffällig gewordene Asylbewerber mit geringer Bleibeperspektive nicht an die Kommunen zu verteilen.

Symbolfoto: Patrick Pleul

Symbolfoto: Patrick Pleul

Foto: Patrick Pleul

In Gemeinschaftsunterkünften in Apolda, in denen seit Februar auch Asylbewerber leben, die bereits in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Suhl auffällig geworden waren, kam es allein in der Zeit vom 8. Februar bis 8. Mai zu 93 Polizeieinsätzen – im Schnitt einer pro Tag. Nach Angaben des Landratsamtes Weimarer Land wurden dabei unter anderem acht Körperverletzungen und 14 Sachbeschädigungen zur Anzeige gebracht.

Das Landratsamt führt die Häufung solcher Vorkommnisse auf die Ankunft von zehn Asylbewerbern aus Libyen, Tunesien und Marokko zurück, die dem Landkreis am 8. Februar mit 33 weiteren Asylsuchenden zugewiesen worden waren. Einer von ihnen war gerade erst eine Stunde aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden, als er am 6. April einen Mitbewohner durch einen Stich mit einer Gabel in den Hals schwer verletzte (diese Zeitung berichtete).

Die zehn Männer – Landrat Hans-Helmut Münchberg (pl) bezeichnet sie als „renitente Störer“ – hätten sich bislang als integrationsunwillig erwiesen. Sie hielten sich weder an die Hausordnung in den Unterkünften noch seien sie ernsthaft gewillt, an den von der Volkshochschulen im Auftrag des Bamf angebotenen Kursen teilzunehmen. Der Landkreis hatte deshalb an das Land appelliert, auffällig gewordene Asylbewerber mit geringer Bleibeperspektive nicht an die Kommunen zu verteilen.

Inzwischen ist es auch in anderen Gemeinschaftsunterkünften in Thüringen zu Auseinandersetzungen gekommen, an denen Asylbewerber aus den Maghreb-Staaten beteiligt waren: am 11. Mai in Gera, am 24. und am 30. Mai in Schleiz sowie am 3. Juni in Rudolstadt.

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