Wer ist Landolf Ladig? „Zentrum für politische Schönheit“ provoziert mit „Höcke-Plakaten“

Bornhagen  Im Eichsfeld hat das politische Künstlerkollektiv mehrere „Wahlplakate“ aufgestellt. Sie zeigen: Björn Höcke.

Das „Zentrum für politische Schönheit“ hat auf dem Nachbargrundstück von AfD-Politiker Björn Höcke eine Nachbildung des Holocaust-Mahnmals aufgestellt.

Foto: Eckhard Jüngel

Es wird nicht ruhiger um Bornhagen im Eichsfeld. „Die große Jagd auf Landolf Ladig“, betitelt das Künstlerkollektiv „Zentrum für politische Schönheit“ eine Aktion vom Mittwoch – in Anspielung auf die Worte des AfD-Spitzenpolitikers Alexander Gauland nach der Bundestagswahl („Wir werden Frau Merkel jagen.“).

Nach eigenen Angaben seien 12.400 Haushalte im Eichsfeld per Postwurfsendung angeschrieben worden; mit der Absicht, Informationen zu „Landolf Ladig“ zu sammeln. Zudem wurden vor Bornhagen „Wahlplakate“ aufgestellt. Sie zeigen das Konterfei des AfD-Politikers Björn Höcke neben dem Schriftzug der NPD.

Hintergrund ist die Diskussion um Beiträge für NPD-Postillen , die einst unter dem Pseudonym „Landolf Ladig“ verbreitet wurden. Auch innerhalb der AfD wurden Stimmen laut, dass Höcke die Texte verfasst haben könnte. Er selbst hatte dies bestritten. Laut NPD-Landeschef Thorsten Heise hatte sein Parteifreund Rigolf Hennig mehrere Texte unter dem Namen „Ladig“ verfasst.

Parallel zu den vermeintlichen Postwurfsendungen wurde bereits am Vortag die Homepage landolf-ladig.de freigeschaltet. Auf Kaffeetassen, T-Shirts und Handyhüllen ist dort der Name „Landolf“ zu sehen – stets neben dem Porträt des Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden. Das Impressum der Seite verrät, wer dahinter steckt: das „Zentrum für politische Schönheit“.

Die politisch motivierte Künstlergruppe hatte vergangene Woche bundesweit für Aufsehen gesorgt, als sie über Nacht ein Modell des Holocaust-Mahnmals in Sichtweite zu Höckes Privathaus aufgebaut hatte.

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