Wohnmobilisten übernachten gern in den Innenstädten

Eisenach  Eisenach richtet neue Plätze an der Clemdastraße ein. Privatanbieter Waldhelm findet die Fläche gut – trotz Konkurrenz

Irmgard und Herbert Düll aus Kitzingen in Franken sind gerade mit ihrem Wohnmobil in der Karl-Marx-Straße angekommen. Foto: Sascha Willms (2)

Irmgard und Herbert Düll aus Kitzingen in Franken sind gerade mit ihrem Wohnmobil in der Karl-Marx-Straße angekommen. Foto: Sascha Willms (2)

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Gegenüber des Netto-Marktes, an der Clemdastraße, entsteht zurzeit ein Standplatz für zehn Wohnmobile. Ein paar Meter weiter in der Karl-Marx-Straße sind Irmgard und Herbert Düll aus Kitzingen in Franken gerade mit ihrem Wohnmobil angekommen.

Sie kennen die Plätze entlang der Werra, denn sie fahren den Fluss mit dem Wohnmobil entlang und stoppen immer wieder für Radtouren. Die Möglichkeiten für Wohnmobilisten in Eisenach finden sie in Ordnung, auch wenn sie wegen der momentan zahlreichen Baustellen in der Stadt leichte Probleme bei der Anreise hatten.

"Unser Navi hat kurzzeitig etwas anderes angezeigt, aber dann hat die Beschilderung weitergeholfen", sagt Irmgard Düll. Als das Paar auch die verwirrende Beschriftung am Park-Automaten dank zweier Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes entziffert hatte, ging es zu einem Rundgang durch die Stadt.

"Die Nachfrage nach Stellflächen ist da", sagt Katharina Koch von der Tourismusgesellschaft. Die Plätze seien ab Ostern bis Oktober immer belegt.

Derzeit gibt es drei in der Karl-Marx-Straße, drei am Heinrich-Ehrhardt-Platz und drei in der Adam-Opel-Straße – alle ohne Ver- und Entsorgung. Dazu kommen 20 Plätze bei Andreas Waldhelm im Gewerbegebiet in Stregda und natürlich der Campingplatz am Altenberger See. An beiden Standorten haben die Camper Anschlüsse für Wasser und Strom und können ihr Abwasser entsorgen.

Wohnmobile an der Wartburg-Schleife

"Schätzungsweise stehen 30 Wohnmobile pro Nacht in Eisenach", berichtet Andreas Waldhelm. Er nennt als weitere Möglichkeiten die Katzenaue, am dortigen Bad, den neu gestalteten Parkplatz an der "Phantasie" im Mariental oder die "Hohe Sonne". Auch auf dem Parkplatz an der Wartburg-Schleife würden die Wohnmobilisten abends nicht mehr auf und davon geschickt. Mit einem Wohnmobil kann man im Prinzip überall parken und übernachten. Es hat einen Abwassertank im Gegensatz zum Wohnwagen, der auf den Campingplatz muss.

Andreas Waldhelm hat seine Kapazität in Stregda von zehn auf 20 Plätze erweitert. Deshalb sieht er Konkurrenz mit eher gemischten Gefühlen. Trotzdem schätzt der Unternehmer ein, dass der neue Standort an der Clemdastraße gut ausgewählt ist. Wegen der Nähe zur Innenstadt, denn die Camper gehen abends gern mal essen oder ein Bier trinken. Auch der Lebensmittelmarkt und Bäcker vis-a-vis seien von Vorteil. Einzig die Nähe zur Bahn und damit der Lärm könnten stören, meint Waldhelm, der selber Camper ist. Als Vorteil sieht er hingegen auch an, dass am neuen Standort schnelles Internet angeboten wird. Die Holländer, so weiß er, sind eine kostenlose Nutzung von zuhause gewöhnt und können nicht verstehen, dass es beispielsweise in Stregda wegen der schlechten Übertragungsleistung ewig dauert, bis sie einen Film heruntergeladen haben.

Bis Mitte Oktober sollen die zehn Stellplätze für Wohnmobile direkt am "Mühlgraben" fertiggestellt sein. Zurzeit läuft der Tiefbau. Ein Bagger gräbt sich in die Erde. Anschlüsse für Wasser, Abwasser, Strom und Internet werden geschaffen. Die Wohnmobile werden auf Steinpflaster stehen, die Zufahrt wird asphaltiert, informierte die Stadt kürzlich (wir berichteten).

Camper sind durchaus kritische Gäste

Es ist wichtig, dass die Stellfläche möglichst eben ist. Sonst müssen wie beim Ehrhardt-Platz Keile untergelegt werden, damit die Insassen eine gerade Liegefläche in ihren Betten haben. In Bad Salzungen, so weiß Andreas Waldhelm, müssen im "Sole-Reisemobilhafen" an der Werra sogar drei Keile untergelegt werden. Sollte der Fluss doch mal über die Ufer treten, muss das Wasser schnell abfließen, daher die leichten Schrägen. Aber eben mit Nachteilen für Camper, denn in der Regel sind nur zwei Keile an Bord. Überhaupt: Die Camper äußeren sich in Internetforen kritisch über Städte, die sie nicht für geeignet halten wie Weimar und Erfurt .

Daniela Schmidt vom Campingplatz Altenberger See ist auch nicht so gut auf Bad Salzungen zu sprechen, weil dort mit viel Fördergeld ein Angebot geschaffen worden ist, das anfangs sogar kostenlos war. Inzwischen hat sich das geändert.

Für den neuen Platz in Eisenach muss noch die Parkgebühren-Ordnung geändert werden, hieß es aus dem Rathaus. Aber Strom oder Wasser sind nur zu beziehen, wenn vorher Münzen eingeworfen werden.

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