Forscher: Eltern sollten auf Medienkonsum ihrer Kinder achten

Der Hirnforscher und Buchautor Manfred Spitzer hat mit seinem Buch "Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen" eine heftige gesellschaftliche Debatte ausgelöst.

Pädagogen und Eltern müssten die Mediennutzung ihrer Schützlinge stärker überprüfen, so Dr. Andreas Jantowski, Direktor des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm). Foto: Hamberger/dapd

Pädagogen und Eltern müssten die Mediennutzung ihrer Schützlinge stärker überprüfen, so Dr. Andreas Jantowski, Direktor des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm). Foto: Hamberger/dapd

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Erfurt. Spitzer zufolge führen Computer, Smartphones, Organizer oder Navigationsgeräte zu einer zunehmenden Verdummung. Termine, Fahrtrouten etc. werden abgespeichert und können bei Bedarf sofort wiedergegeben werden. Die eigene geistige Arbeit nehme dadurch ab und das Gedächtnis lasse nach. Spitzers Thesen waren auch Thema auf der Lehrertagung für Mediennutzung in Erfurt am vergangenen Mittwoch.

Dr. Andreas Jantowski, Direktor des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm), bezog Stellung.

"Medien machen nicht per se schlau oder dumm. Sie sind erst einmal nur da. Wer sagt, Medien machen nur durch ihre Existenz abhängig, negiert den freien Willen des Menschen", sagte der Lehrer und Wissenschaftler Jantowski. Eine Medienabhängigkeit von Kindern und Jugendlichen würde es dennoch geben. Pädagogen und Eltern müssten die Mediennutzung ihrer Schützlinge stärker überprüfen, so Jantowski.

TA-Chefredakteur Paul-Josef Raue stimmte Manfred Spitzer zum Teil zu: "Kinder müssen mehr lesen und aktiv Erfahrungen sammeln. Der Computer sollte für sie nur eine Ergänzung bleiben."

Mit der "Tinte"-Seite, die sich an Grundschüler wendet, möchte die Thüringer Allgemeine Kinder für das Lesen und die Zeitung begeistern.

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