Thüringer Forschungspreis für Humangenetik und Batterieforschung

Jena  Umweltfreundlich und langlebig soll sie sein, die Batterie der Zukunft, an der Jenaer Chemiker forschen. Dafür erhalten sie den Thüringer Forschungspreis. Preiswürdig ist auch die Forschung zur genetischen Rekonstruktion mittelalterlicher Krankheitserreger.

Professor Johannes Krause, seit Juni 2014 Direktor am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte. Foto: Ulrike Merkel

Foto: zgt

Wissenschaftler der Universität Jena und des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena sind die Gewinner des diesjährigen Thüringer Forschungspreises. Sie hätten mit herausragenden Arbeiten zur Humangenetik und Technologieforschung überzeugt, sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) anlässlich der Preisvergabe am Dienstag in Jena. Geehrt wurde der Genetiker Johannes Krause vom Max-Planck-Institut für seine Grundlagenforschung zur genetischen Rekonstruktion mittelalterlicher Krankheitserreger. Ein Chemikerteam der Universität, das sich mit umweltfreundlichen Batterien beschäftigt, erhielt den Preis für angewandte Forschung.

Die Preisträger stünden auch für das Zusammenspiel von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Wirtschaft, so Tiefensee. So sei aus dem preisgekrönten Team des Uni-Zentrums für Energie und Umweltchemie, das eine neuartige Batterie auf der Basis von Kunststoffen entwickelt hat, ein Startup-Unternehmen hervorgegangen. Es arbeite an der Weiterentwicklung des Prototypen, bei dem die Forscher auf teure und umweltgefährdende Schwermetalle und Säuren verzichtet haben. Ziel sei, den innovativen Energiespeicher bis zur Marktreife zu entwickeln.

Genetiker Krause hat laut Ministerium Genome des Pesterregers aus sterblichen Überresten mittelalterlicher Pest-Opfer entschlüsselt. Dies ermögliche ein besseres Verständnis zur Entwicklung von Krankheitserregern und könne auch neue Ansatzpunkte bei der Verhütung, Behandlung und Kontrolle von Infektionskrankheiten liefern.

Der Thüringer Forschungspreis ist mit insgesamt 50 000 Euro dotiert. Er wird seit 1995 jährlich an Einzelforscher oder Forschergruppen vergeben. Seitdem wurden nach Ministeriumsangaben mehr als 220 Wissenschaftler geehrt.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.