Kommentar: Abpfiff für den FF USV

Holger Zaumsegel über das Ende des FF USV Jena.

Holger Zaumsegel.

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Foto: Tino Zippel

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Aus und vorbei: Mit dem Schlusspfiff am Sonntag im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld nach dem 0:2 gegen den MSV Duisburg endet auch die Geschichte des besten mitteldeutschen Frauen-Fußballclubs der Nachwendezeit. Der FF USV bleibt als leere Hülle zurück, die Mannschaften samt Spielrechten werden vom FC Carl Zeiss Jena zur kommenden Saison aufgenommen. Für den Männer-Traditionsverein mit Blick auf das Nachwuchsleistungszentrum, das auch auf die talentierten Mädchen angewiesen ist, und den Stadionbau eine Notwendigkeit; für den finanziell klammen FF USV eine Möglichkeit des Weiterbestehens, auch wenn vom Namen nichts bleibt.

Dass Jenaer Fußballerinnen, die seit 2008/2009 immerhin elf Spielzeiten in der 1. Bundesliga kickten, in absehbarer Zeit wieder im Oberhaus auflaufen, muss allerdings bezweifelt werden. Das neue Leitbild der Fußballerinnen heißt Ausbildungsverein und damit 2. Liga. Das Ziel ist nicht der sofortige Wiederaufstieg, sondern die Weiterentwicklung von Talenten aus dem Nachwuchsleistungszentrum. Zudem haben schon einige gestandene Spielerinnen ihren Abschied angekündigt, weitere werden folgen. Mit der neuen Perspektive ist es schwer, Top-Leute zu halten.

Damit endet eine Ära. Die Zeiten, wo in Mitteldeutschland Jena im Frauen-Fußball den Ton angaben, sind passé. Vor allem auch, weil die Spielerinnen von RB Leipzig den Aufstieg in die 2. Liga geschafft haben. Mit Blick auf deren finanziellen Möglichkeiten werden sie Jenas Fußballerinnen bald den Rang ablaufen.

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