Abseits: Die Gefahr von Komplimenten

Marco Alles sieht die Thüringer Mannschaften im Abstiegskampf.

Thüringen hängt am Tropf - finanziell und fußballerisch.

Nach den 1:2-Niederlagen in den wegen des Papstbesuches verschobenen Spielen ist die Situation nicht mehr zu beschönigen: Für Jena und auch Erfurt geht es in dieser Saison um den Klassenerhalt. Höhere Ziele sind angesichts der Fakten und Zahlen nur Augenwischerei.

Carl Zeiss kassierte 24 Gegentore und damit die meisten in der Liga. Die Mannschaft wirkt vor allem zu Hause gehemmt und scheint sich immer noch nicht gefunden zu haben. Das muss sich Heiko Weber ankreiden lassen. Allerdings ist eine öffentliche Demontage, wie sie Aufsichtsrats-Chef Reinhardt Töpel vollzog, alles andere als hilfreich. Vielmehr bietet solcher Populismus den Spielern immer wieder ein Alibi. Egal, wie der Trainer heißen mag.

Stefan Emmerling steht in Erfurt nicht infrage. Aber je länger die Resultate ausbleiben, desto weniger Argumente hat auch der Rot-Weiß-Trainer. Seine Mannschaft konnte erst drei von zwölf Partien gewinnen - allesamt zu Hause. Auswärts setzte sich die Misere fort. Statt Zählbarem gab es Komplimente für das Engagement im zweiten Durchgang. Lob hatten die Erfurter schon für ihre zumindest phasenweise guten Leistungen in Babelsberg, Stuttgart und Regensburg erhalten.

Gerade darin liegt die Gefahr. Wem der siegreiche Gegner oft Anerkennung zollt, der wähnt sich womöglich besser, als er tatsächlich ist. Die in der vergangenen Saison in akute Abstiegssorgen geratenen Sandhäuser sollten Warnung genug sein.

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