Wetterfrosch Eberhard Dachsel schaut auf das Jahr 2023 zurück

Das vergangene Jahr war auch in Eisenach das bisher wärmste Jahr seit Beginn der täglichen Aufzeichnungen im Jahr 1969. Jeder der zwölf Monate lag in der Wartburgstadt deutlich über dem langjährigen Temperaturmittelwert.

Der Januar begann in der Nacht zum Jahreswechsel mit der ungewöhnlichen Temperatur von 14 Grad Wärme. So eine milde Silvesternacht hatte Eisenach in den letzten Jahrzehnten noch nie erlebt.

Der Winter meldete sich erst in der zweiten Januarhälfte mit fünf Tagen Dauerfrost und einer geschlossenen Schneedecke, die eine Höhe von zwölf Zentimeter erreichte und über fünf Tage hielt. Nur an einem Tag lag im Februar Schnee. Zusammen mit der Schneedecke von Anfang Dezember 2022 schaffte es der Winter 2022/2023 auf insgesamt nur neun Tage mit einer geschlossenen Schneedecke.

Sehr nass und mild präsentierte sich der März. Doch zum Eisenacher Sommergewinn meinte es Petrus gut und schenkte uns zum großen Festumzug heiteres mildes Frühlingswetter. Regnerisch ging es dann im April weiter. Nur wenig Sonne gab es zum Osterfest und am Tag nach Ostern das erste Gewitter des Jahres.

Mehr Mühe gab sich der Mai. Die ersten vier Sommertage, viele Sonnenstunden und nur wenig Regen zeichneten den Wonnemonat aus. Auch der Juni meinte es mit uns gut. An zwanzig Tagen stieg das Thermometer im ersten Sommermonat über 25 Grad Wärme und an sechs Tagen schwitzte Eisenach schon im Juni bei Tageshöchstwerten über 30 Grad.

Siebenschläfer-Wetter beschert reichlich Regen

Ausgerechnet in den Siebenschläfer-Wochen Ende Juni, Anfang Juli gab es einen Wechsel zum verregneten Siebenschläfer-Wetter. Und mit 19 Regentagen im Juli und 21 nassen Tagen im August traf die ungeliebte Wetterregel zu. Entschädigt für den verregneten Sommer haben uns dann der September und der Oktober. Sowohl der Altweibersommer als auch ein goldener Oktober bescherten ein stabiles und mildes herbstliches Schönwetterhoch.

In der zweiten Oktoberhälfte begann tristes, graues Herbstwetter. Mit einer anhaltenden Schneedecke Ende November, die Anfang Dezember wieder dahinschmolz, ging das Jahr recht nass und einem „grünen Weihnachtsfest“ zu Ende. Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 11,6 Grad (langjähriges Eisenacher Mittel: 8,9 Grad) und der Jahresniederschlagssumme von 908 Liter pro Quadratmeter (Eisenacher Mittel: 701 Liter pro Quadratmeter) geht es als sehr mildes und nasses Jahr in die Eisenacher Wetterchronik ein.

Nass und mild begann auch das neue Jahr. Bis in den zweistelligen Bereich stieg in den ersten Januartagen das Quecksilber. Am vergangenen Mittwoch kletterte es bis auf 11 Grad Wärme. Der für diesen Tag angesagte langjährige Tageshöchstwert beträgt nur 1,9 Grad. Eine Wetterregel für den 6. Januar lautet: „Kommt der Winter nicht bis zum Dreikönigstag, kommt keiner mehr danach.“

Wetterfrosch Eberhard Dachsel
Wetterfrosch Eberhard Dachsel © Sascha Willms/Archiv