Susanne Seide über die Folgen eines Geburtstagswunsches

Was wünscht sich Frau zum Geburtstag? Was meinem Mann sonst Stirnrunzeln beschert, sorgte dieses Mal für Stunden voller Heiterkeit. Dabei ist es ernst. Ich wünsche mir etwas zur täglichen Erleichterung.

Im nach eigenen Angaben führenden Online-Handel sorgte mein Wunsch bereits für Amüsement bei der netten Dame am Telefon. Im Baumarkt kamen mein Mann und sein nettes Gegenüber aus dem Lachen nicht mehr heraus. Okay, sie befanden sich in der Fachabteilung, wo auch die passenden Schalldämpfer angeboten werden.

Eine Waffe wünsche ich mir nicht. Ich bin sowas von Antimilitaristin. Aber es ist schwierig, wenn die Finger voll sind mit historischem Echtschmuck und solchem neueren Datums; die Regale voll mit Originalen aus der Region wie der Tiefurter Muse und Mephisto aus Pappmaché und Vasen nach Original-Formen von Weimar-Porzellan aus Blankenhain, dazu noch Goethe und Luther als Playmobil-Nachbauten und meine Lieblinge Audrey Hepburn und Karl Lagerfeld aus Holz.

Ich habe meinen Mann schon kurz nach der Wende zum Äußersten getrieben, als ich mir einen einzelnen großen Ohrhänger aus Gold gewünscht habe, und so vielleicht in Weimar das erste Ginkgo-Blatt eben nicht aus Silber hergestellt wurde. Aber dieses Mal wünschte ich mir ein spülrandloses Klo fürs Bad. Das ist doch beim Putzen eine alltägliche Erleichterung, oder was hatten Sie gedacht? Und tatsächlich gibt es dafür einen Schalldämpfer, der an der Wand zwischen Becken und Wand hängt, damit die Geräusche vom Wasserspülen nach der anderen Erleichterung nicht so laut in den Nachbarraum dringen.

Viel lustiger Gesprächsstoff also, und natürlich wurde das gute neue Stück bereits gebührend eingeweiht, obwohl ich erst Ende April Geburtstag habe.