Editorial: Weißraum statt Höcke-Interview

Jan Hollitzer über Berichterstattung vor den Wahlen.

Jan Hollitzer, Chefredakteur der Thüringer Allgemeine.

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Liebe Leserinnen, liebe Leser, Sie werden sich wundern, warum auf der zweiten Seite ein weißes Loch klafft.

An dieser Stelle hätte für Sie das Interview mit Björn Höcke gestanden. Das vereinbarte Gespräch wurde abgesagt. Ein Ausweichtermin nicht angefragt. Im Gegenteil. Es werde keine Interviews mehr vor der Wahl geben.

Da wir allen Parteien und Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien plus der FDP den gleichen Platz für Interviews und die gleiche Aufmerksamkeit einräumen, bleibt der für Björn Höcke eingeplante Raum leer.

Damit bleiben wir uns und dem mehrfach veröffentlichten Kodex vor Wahlen für unsere Redaktion treu. Darin heißt es etwa, dass wir sachlich, ausgewogen und fair über die Parteien und Kandidaten und deren politische Ziele berichten. Wir möchten es Ihnen ermöglichen, sich möglichst umfassend mit Informationen zu versorgen, die Sie benötigen, um sich Ihre Meinung zu bilden und Ihre Entscheidung frei zu treffen.

Mit einem neuen Format sorgen wir sogar für noch mehr Transparenz, in dem wir die Interviews komplett als Podcasts veröffentlichen. Es gibt keine Autorisierungsschleifen, wie von Parteien, Fraktionen und Pressestellen gewünscht. Es gilt das gesagte Wort.

Nicht nur, dass damit Politiker sicher sein können, dass sie korrekt wiedergegeben werden - diese Sorge besteht oft. Nein. Auch wir machen unsere Arbeit maximal transparent. Sie erfahren, wie eine Antwort aus der konkreten Gesprächssituation und -atmosphäre heraus zustande kommt und wie die Interviewführung angelegt war.

Eine gute Chance für uns als Journalisten, unsere Arbeit nachvollziehbarer zu machen. Und eine Chance für Politiker, maximal authentisch aufzutreten. In diesem Fall wurde diese Chance nicht wahrgenommen.

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