Kommentar: Eine neue Zeitrechnung

Axel Lukacsek zum Zustand der Regionalliga Nordost und wie der Wettbewerb verzerrt wird.

Foto: Peter Michaelis

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Wenn die Fußball-Regionalliga im Februar den Spielbetrieb wieder aufnimmt, hat ein neues Jahrzehnt begonnen. Für Nordhausen ist es gleich eine neue Zeitrechnung. Kämpfte Wacker zuletzt um den Anschluss an die Spitze, geht es künftig nur noch um den Klassenerhalt. Wenn überhaupt.

Der Insolvenzantrag der Südharzer hat eine ganze Liga in Wallung gebracht. Dass nach nur drei Monaten einer Spielserie plötzlich keine Gehälter mehr gezahlt werden können, kann niemand verstehen. Nun aber wird der Wettbewerb auf einen Schlag verzerrt, wenn ein Kandidat auf den Staffelsieg von der Bildfläche verschwindet und plötzlich ganz unten im Kampf um den Klassenerhalt mitmischt.

In der vierten Liga treffen Welten aufeinander. In Nordhausen träumte man vom großen Fußball, auf Teufel komm raus. Es wurden Gelder in die Mannschaft gepumpt, die bei weitsichtigem Verwalten für den Aufstieg in die 2. Bundesliga reichen würden.

Wo man den Fußball nicht bloß als Geschäft betrachtete, blieb er dagegen das, was er ist. Ein Sport, der die Menschen verbindet. Wie zum Beispiel in Rathenow. Hier eilt der Stadionsprecher direkt vom Arbeitsplatz an sein Mikrofon. Seit 30 Jahren sitzt mit Ingo Kahlisch der gleiche Mann auf dem Trainerstuhl. Dieser Verein lässt die Herzen aller Fußball-Romantiker höher schlagen.

Um den Sport zu schützen, bleibt dem Verband nichts anderes übrig, als in Zukunft genauer hinzuschauen, wer es ehrlich meint mit dem Regionalliga-Fußball.

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