Felix: Thüringen, wie es singt und lacht

Mirko Krüger über die neue Lust am Heimat-Musical.

"Toot! Toot!" Das waren die einzigen Worte, welche der freudetrunkene Schütze auszustoßen vermochte. Gerade eben, so überliefert es ein zeitgenössischer Bericht, hatte der Jäger "einen besonders ehrenvollen und glänzenden Sieg " errungen. Der letzte Thüringer Luchs war ihm bei Luisenthal vor die Flinte gelaufen.

Nur ein Jahr später, anno 1820, wird Thüringen zwar kein neuer Luchs beschert, dafür aber ein Lux. Ein Friedrich Lux.

Was beides miteinander zu tun hat? Auf den ersten Blick wenig. Und doch gibt es eine ins heute weisende Parallele.

Aus Lux wurde ein Komponist. Und als solcher verhalf er einem anderen legendären Jagdabenteuer aus Thüringen zu musikalischer Unsterblichkeit. Im 12. Jahrhundert soll sich Landgraf Ludwig II. auf der Jagd verirrt haben. Ein Waldschmied war es, der ihn bei Ruhla errettete.

Lux komponierte aus diesem Stoff eine Oper, die irgendwann verloren ging. Nun ist "Der Schmied von Ruhla" wieder aufgetaucht. Im kommenden Jahr soll die Oper am originalen Schauplatz inszeniert werden.

Die Lux-Festspiele stehen in guter Tradition. Vor allem als Musical feiern Thüringer Sagen ihre fröhlichen Urständ. Der Graf von Gleichen schaffte es nebst seiner beiden Weibern ebenso auf die Bühne wie der legendäre Rhönpaulus. Und in Altenburg, da werden Jahr für Jahr die Prinzen neu entführt.

Nur der Luchs, der ist noch immer, was Lux’ Werk nicht ist.

Toot! Toot!