Goldberg: Höllenangst und Heidenspaß

Henryk Goldberg kennt eine, die sich freut über den Papst.

4000 Journalisten, so ließe sich sagen, können nicht irren. Ungefähr so viele Kollegen haben sich für den Papstbesuch in Deutschland akkreditieren lassen. Allein 1491 wollen nach Thüringen.

Der Autor ist nicht informiert, wie viele davon für diese Zeitung berichten werden, doch er versichert, diese Zahl liegt nicht im vierstelligen Bereich. Der Autor gehört nicht dazu, auch deshalb nicht, weil an diesem Tag ein Geburtstag stattfindet, über den Näheres zu vermelden er nicht autorisiert ist. Die Jubilarin hat nämlich vor diesem Tag eine Höllenangst und erwartet keineswegs einen Heidenspaß, wie er für die Erfurter Demo versprochen wurde. Und da sie in der Innenstadt wohnt und der Gästeauftrieb zum Geburtstag sich also in Grenzen halten wird, begrüßt sie den Papst von Herzen.

Das geht vielen anders, und wenn die angekündigte Demonstration so intelligent wird wie ihr Motto, dann sei sie herzlich willkommen. Rechtens, auch moralisch, ist sie ohnehin.

Der Autor bekennt, sich für das Sitzmöbel des Papstes wie auch sein Schlafgemach und die Lage der Toilette darin nur in Maßen zu interessieren. Er bekundet sein Verständnis für jeden, dem das auch so geht. Und sein Unverständnis für jene, deren Statements dazu sich auf dem Niveau bewegen, wie in öffentlichen Toiletten.

Vor diesen Dogmatikern hat ein Atheist wie ich Höllenangst.

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