Kommentar: Alle an einen Tisch

Marco Alles über den FC Rot-Weiß Erfurt.

Marco Alles

Marco Alles

Foto: Sascha Fromm

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Uhr ist längst abgelaufen; und – um im Bilde zu bleiben – die Nachspielzeit lässt nur noch eine Chance zu. Vorbei ist das Taktieren, das Zaudern, das Missgönnen. Es geht um alles oder nichts. Aufbruch oder Abpfiff.

Will der FC Rot-Weiß Erfurt tatsächlich eine sportliche Zukunft haben, dann müssen jetzt alle an einen Tisch: Insolvenzverwalter, das neue Präsidium, Aufsichtsrat, Ehrenrat, Fanrat. Der psychologische Ballast aber hat vor der Tür zu bleiben. Beim letzten Versuch, das Ergebnis noch zu retten, ist kein Platz für etwaige Vorbehalte, persönliche Befindlichkeiten, unterschiedliche Auffassungen, gekränkte Eitelkeiten. Dinge, die – berechtigt oder nicht – dem Verein in der Vergangenheit massiv geschadet, ihn fast zerstört haben.

Eigentlich müsste in diesen Tagen die Vorbereitung der Mannschaft auf die avisierte Oberliga-Saison beginnen. Bevor jedoch überhaupt Spieler und ein Trainer verpflichtet werden können, gilt es die formellen und strukturellen Weichen zu stellen. Weil niemand ein ernsthaftes Interesse daran haben kann, dass Rot-Weiß von der Bildfläche verschwindet, sind alle gefordert: über den eigenen Schatten zu springen, Kompromisse einzugehen, ein Konzept zu entwickeln.

Nach Monaten des Stillstands, der Schockstarre nach der Einstellung des Spielbetriebes, haben die Reaktionen der vergangenen Tage vor allem gezeigt: Der Verein lebt noch, und die Hoffnung auch. Sie allein wird aber nicht ausreichen, um ihn zu retten. Taten sind gefragt. Nie war das Miteinander wichtiger als bei diesem letzten Aufbäumen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren