Kommentar: Ein Zeichen der Hoffnung

Ingo glase über den Sinn der Adventsaktion von „Thüringen hilft“.

Ingo Glase

Ingo Glase

Foto: Andreas Wetzel

Seit neun Jahren bitten wir gemeinsam mit der Diakonie Mitteldeutschland um Spenden für die Adventsaktion von „Thüringen hilft“.

Mehr als 1,7 Millionen Euro sind seitdem für Thüringer in Not zusammengekommen, allein 600.000 Euro für die überwältigende Fluthilfe im Jahr 2013.

So konnten bisher 427 Projekte finanziert oder anteilig unterstützt werden. Mal ging es um 50 Euro für ein spezielles Schneidbrett für ein gelähmtes Mädchen, mal um 5000 Euro für ein Pflegebett oder eine besondere Therapie. Natürlich wurden und werden immer erst Kranken- und Pflegekassen und Ämter in die Pflicht genommen, aber oft heißt es „medizinisch nicht notwendig“.

Denn die Seele zählt nicht, Glück und Geborgenheit stehen nicht im Leistungskatalog. Aber es geht gerade in der Adventsaktion genau darum, um Wärme und Zuneigung, ein Lächeln und Zuversicht. Viele der Projekte erleichtern den Alltag der Betroffenen, machen ihnen Mut. Denn oft haben ihn die Menschen schon verloren.

Mit der Hilfe unserer Leser konnten wir Mut und Hoffnung wieder zurückgeben. Und deshalb beginnt heute die neue Adventsaktion von „Thüringen hilft“.

Aber noch nie ist es uns so schwer gefallen, um Hilfe zu bitten, um Unterstützung, um eine Spende für Thüringer in Not. Denn noch nie in den vergangenen Jahren waren so viele Thüringer selbst in Not.

Die Corona-Pandemie hat tiefe Spuren hinterlassen. Restaurants und Geschäfte mussten schließen, deren Betreiber und Besitzer hohe Einbußen hinnehmen. Tausende Thüringer haben durch Kurzarbeit weniger verdient oder sogar viel verloren.

Dazu kommen die Kontaktbeschränkungen, die Einsamkeit, die Angst um eine Infektion, vielleicht sogar eine erlebte Erkrankung in der Familie oder im Freundeskreis.

Viele Thüringer sind verunsichert. Umso dringender ist es, ein Zeichen zu setzen. Zu helfen, Wärme zu geben, und vor allem Hoffnung. Denn das ist die größte Botschaft im Advent.