Kommentar: Existenzkampf für Vereine

Marco Alles über den erneuten Lockdown für den Amateur- und Freizeitsport.

Marco Alles

Marco Alles

Foto: Sascha Fromm

Alfons Hörmann war verbal noch einmal in die Offensive gegangen. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes hatte den Sport vor dem Krisengipfel als Teil der Lösung und nicht als Teil des Problems bezeichnet. Für ihn sei der Vereinssport das „soziale Tankstellennetz“ der Gesellschaft und sollte unbedingt erhalten bleiben. Doch so sehr die Funktionäre auch an die Politik appellierten; überraschend kam der Abpfiff für den Amateur- und Freizeitsport am Mittwoch nicht.

Er ist aufgrund der steigenden Infektionszahlen sicher nachvollziehbar. Gesundheit geht vor. Wo keine Corona-Tests gemacht werden können, ist die Gefahr einer unbemerkten Ansteckung groß. Und nicht in allen Hallen, Vereinsheimen und Mannschaftskabinen ist es immer möglich, Abstände einzuhalten.

Dennoch wäre eine differenzierte Beurteilung der verschiedenen Bereiche besser gewesen als diese pauschale Vollbremsung. Abgesehen davon, dass das Risiko einer Infektion beim aktiven Sport laut Studien und Experten sehr gering ist: Wie sollen die Menschen ihr Immunsystem stärken, wenn nicht durch regelmäßige Bewegung?

So ärgerlich die Situation für den einzelnen Hobbysportler auch ist; für die kleinen Vereine geht es ums Überleben. Ohne Training und Wettbewerb drohen ihnen die Mitglieder davonzulaufen. Dabei bilden gerade deren Beiträge oft das finanzielle Rückgrat. Wenn ohne entsprechende Bühne auch immer mehr Sponsoren ihr Engagement einstellen, stellt sich unweigerlich die Frage: Wer kann das aushalten?