Kommentar: James Bond lässt grüßen

Marco Alles über Geheimdienste im Dopingkampf.

Marco Alles.

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Foto: Andreas Wetzel

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Jetzt geht es den Dopingsündern an den Kragen. Der designierte Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada setzt im Kampf gegen Sport-Betrüger auf die Un­terstützung von Geheimdiensten. Mithilfe der „Schlapphüte“ sollen die Schummler und ihre Hintermänner künftig aufgespürt und überführt werden.

Abhören, observieren, in die Falle locken – Witold Banka will das ganze Spionage-Repertoire ausschöpfen, um die „unglücklicherweise sehr innovativen Do­per“ zur Strecke zu bringen. Er bestätigt damit das Hase-und-Igel-Rennen. Die Schwindler sind den Aufpassern – trotz immer effizienterer Methoden – stets einen Schritt voraus.

In dem schmutzigen Geschäft mit den verbotenen Substanzen werden mittlerweile Milliarden umgesetzt. Wenn selbst Hobbysportler bereit sind, für den Erfolg einen hohen Preis zu zahlen: Wie sieht es dann in der Spitze wirklich aus? Zweifellos gibt es genügend saubere Athleten. Ihnen zu vertrauen, ist gut; sie zu kontrollieren, jedoch besser. Weil jede negative Probe ih­re Glaubwürdigkeit stärkt.

Gegen die Doper muss indes mit aller Härte und vermutlich auch mit Einfallsreichtum à la James Bond vorgegangen werden. Was möglich ist, hatten die europäischen Sicherheitsbehörden Anfang Juli bewiesen, als sie in einer Gemeinschaftsaktion 234 Verdächtige in 33 Ländern festnahmen und 3,8 Millionen verbotene Präparate sicherstellten. Zahlen, die erahnen lassen, wie gigantisch das Ausmaß des globalen Doping-Sumpfes ist.

Selbst mit den besten Spionen wird es eine Mission mit ungewissem Ausgang.

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